Deutsche Pfandbriedbank: Deutlich zu billig

Fabian Strebin
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Crash oder Rallye: Horror-Chart vs. Bullen-Chart

Bei der Deutschen Pfandbriefbank läuft es 2017 so gut, dass der Vorstand gleich zwei Mal seine Prognose für das Gesamtjahr erhöht hat. Zuletzt wurde mit Bekanntgabe der Zahlen zum dritten Quartal der Zielkorridor für den Vorsteuergewinn auf 195 bis 200 Millionen Euro nach oben geschraubt. Bis dahin hatte der Konzern nur mit dem Erreichen der oberen Guidance von 150 bis 170 Millionen Euro kalkuliert. Die starke Entwicklung im dritten Quartal –der bereinigte Vorsteuergewinn lag mit 51 Millionen Euro deutlich über dem Vorjahreswert von 27 Millionen Euro – erforderte indes eine Anpassung des Ziels.

Es läuft rund

Die Gründe für das besser als erwartet laufende Geschäft sind schnell bei der Hand: Das Neugeschäft in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres ist mit 7,40 Milliarden Euro stärker als noch 2016. Damals betrug der Wert nur 6,70 Milliarden Euro. Damit ist die Pfandbriefbank auf Kurs, das obere Ende der Zielspanne für das Gesamtjahr von 10,5 bis 12,5 Milliarden Euro zu erreichen. Neben einem gestiegenen Zins- und Provisionsüberschuss sind auch gesunkene Risikokosten ein positiver Treiber. Im vergangenen Jahr war nur ein Prozent der vergebenen Kredite notleidend. Möglich macht dies das risikoarme Geschäft der Pfandbriefbank: Zum einen ist der Konzern in der gewerblichen Immobilienfinanzierung tätig, wobei der Schwerpunkt auf Deutschland und Westeuropa liegt. Zum anderen tritt die Bank als Finanzierer bei öffentlichen Investitionen auf. Hauptmärkte sind dabei neben Deutschland vor allem Frankreich und Spanien.

Wachstumstreiber USA

Im vergangenen Jahr erfolgte im Segment Immobilienfinanzierung zudem der Wiedereintritt in den amerikanischen Markt. Denn aufgrund der höheren Zinsen in den USA lassen sich dort auch bessere Margen als in Europa verdienen. Auch wenn das Geschäft noch inden Kinderschuhen steckt, steigt der Anteil am Gesamtportfolio stetig.

Was passiert mit der Kohle?

Neben den beiden Segmenten Immobilien- und Staatsfinanzierung hat die Pfandbriefbank noch ein knapp 15 Milliarden schweres Portfolio mit Altgeschäft aus Zeiten der Hypo Real Estate. Da der Bestand kontinuierlich reduziert wird, steigt nicht nur die Profitabilität des Konzerns: Mit einer harten Kernkapitalquote von 17,1 Prozent verfügt die Bank auch über die beste Kapitalausstattung im deutschen Peergroupvergleich. Der Mittelwert beträgt nur 12,0 Prozent. Der Vorstand hat das Kapital bisher nicht abgebaut, da die Auswirkungen der  Basel-III-Eigenkapitalregulierung noch nicht feststehten. Allerdings ist die Pfandbriefbank schon jetzt sehr gut kapitalisiert. Die Chancen stehen also gut, dass es im kommenden Jahr zu einer Sonderdividende kommt. Möglich ist auch der Rückkauf eigener Aktien. Die Dividendenrendite von 3,3 Prozent sollte tendenziell
steigen.

Fundamental zu billig

Ein Blick auf die nackten Bewertungskennzahlen zeigt zudem: Die Aktie ist mit einem 2018er-KGV von 12 im Vergleich zur Peergroup mit 19 unterbewertet. Darauf deutet auch hin, dass Aktionäre für 60 Cent einen Euro bilanzielles Eigenkapital bekommen. Das bei Banken wichtige Kurs-Buchwert-Verhältnis beträgt also nur 0,6. Dem gegenüber weisen die Peers im Schnitt einen Wert von 0,9 auf. Also zugreifen und ins Depot legen. Das Kursziel beträgt 16,00 Euro. Ein Stopp wird bei 10,50 Euro platziert.