Deutsche Kombinierer enttäuschen bei Schmid-Sieg

Fabian Rießle wurde in Chaux-Neuve als Sechster bester Deutscher

Kein Podestplatz, schwache Sprünge und ein erneuter Sieg für den Rivalen Norwegen: Die deutschen Kombinierer haben drei Wochen vor den Olympischen Spielen einen weiteren Rückschlag kassiert. Der Sotschi-Dritte Fabian Rießle sorgte beim Weltcup im französischen Chaux-Neuve als Sechster noch für das beste DSV-Ergebnis, während Jan Schmid mit seinem zweiten Erfolg in Serie seine Führung im Gesamtweltcup ausbaute.

Die "Dominierer" der Vorsaison blieben damit schon zum dritten Mal in dieser Saison ohne Podestplatz, besonders auf der Schanze enttäuschte das Team von Bundestrainer Hermann Weinbuch erneut. Im vergangenen Winter hatte in jedem der 23 Einzel-Wettkämpfe ein DSV-Athlet auf dem Podium gestanden.

Kircheisen knackt Olympianorm 

Strahlen durfte einzig Routinier Björn Kircheisen. Der 34-Jährige ergatterte als 15. aller Wahrscheinlichkeit nach den letzten noch freien Platz für die Spiele in Pyeongchang (9. bis 25. Februar). Kircheisens Konkurrenten Manuel Faißt und Terence Weber belegten nur die Ränge 17 und 23.

"Warten wir mal ab, wie die Entscheidung ausfällt. Ich habe bis zum Schluss gekämpft", sagte Kircheisen in der ARD nach einer starken Aufholjagd: "Heute war es unheimlich schwer, weil ich alles alleine machen musste. Ich musste meine Leistung bringen, und die habe ich gebracht." Kircheisen hatte nach dem Springen nur den 26. Platz belegt und sich dann nach vorne gekämpft.  Weinbuch muss sein Team für Südkorea spätestens am Dienstag bekanntgeben. "Wir beraten das im Trainerteam und werden es den Aktiven als erstes mitteilen", sagte der Bundestrainer. 

Rydzek und Frenzel in den Top Ten 

Ihr Olympiaticket bereits sicher haben Staffel-Weltmeister Fabian Rießle (Breitnau) sowie Rekordweltmeister Johannes Rydzek und Olympiasieger Eric Frenzel, die am Samstag die Ränge acht und zehn belegten. Auch Vinzenz Geiger, der nach einem verpatzten Sprung nicht mehr an den Start ging, hat die Norm erfüllt. Bundestrainer Weinbuch muss sein Team für Südkorea spätestens am Dienstag bekanntgeben.

Deutlich verbessern muss sich das deutsche Team bis zu den Spielen noch im Springen. Nicht zum ersten Mal in dieser Saison haperte es auf der Schanze, das Toptrio Rydzek, Rießle und Frenzel handelte sich einen Rückstand von jeweils mehr als einer Minute ein. "Bei 100 Prozent war einer meiner Sprünge schon lange nicht mehr. Ich bin nicht da, wo ich hin will. Das ärgert mich ein bisschen", sagte Frenzel: "Jetzt heißt es weiter arbeiten."

In der Loipe stark  

In der Loipe holten die deutschen Kombinierer zwar wie so häufig auf, bis ganz nach vorne reichte es aber nicht. Rießle fehlten 34,5 Sekunden zum Podest, auf dem hinter Schmid der Japaner Akito Watabe und Ilkka Herola (Finnland) landeten. Vierter wurde Lukas Klapfer aus Österreich.

Am Sonntag (12.45/15.00) steht in Chaux-Neuve der zweite und letzte Teamwettkampf des Olympiawinters an. Das Duell mit dem ewigen Rivalen Norwegen geht dann in die nächste Runde. Die erstarkten Skandinavier hatten die erste Staffel der Saison Anfang Dezember in Lillehammer knapp vor dem DSV-Quartett gewonnen.