Deutsche Journalistin Tolu in Türkei auf freien Fuß gesetzt

Die deutsche Journalistin und Übersetzerin Mesale Tolu ist aus türkischer Haft entlassen worden. Die 33-Jährige verließ am Montagabend gemeinsam mit Ehemann, Sohn und Vater eine Polizeiwache in Istanbul, wie ein AFP-Reporter vom Ort des Geschehens berichtete. Tolu bedankte sich bei ihren Unterstützern und kündigte eine Erklärung für den späteren Abend an.

Auf der Polizeiwache in Istanbul war Tolu nach ihrer Entlassung aus dem Gefängnis vorübergehend festgehalten worden - offenbar wegen juristischer Unklarheiten.

Nach Informationen der Linken-Bundestagsabgeordnete und Prozessbeobachterin Heike Hänsel hatte es wohl zwei widersprüchliche Anweisungen gegeben: Neben dem gerichtlich verhängten Ausreiseverbot habe gleichzeitig auch eine Abschiebeanweisung nach Deutschland vorgelegen.

Ein Gericht in Istanbul hatte am Mittag nach Angaben von Tolus Anwälten sowie des Auswärtigen Amts in Berlin die Entlassung der 33-jährigen deutschen Staatsbürgerin mit türkischen Wurzeln aus der Untersuchungshaft angeordnet. Sie komme aber nur unter Auflagen frei: Sie müsse sich wöchentlich bei den Behörden melden und dürfe das Land nicht verlassen, hatte Hänsel mitgeteilt.

Das Gericht folgte damit einem Antrag der Staatsanwaltschaft. Tolu war "Terrorpropaganda" vorgeworfen worden. Auch fünf weitere Beschuldigte in demselben Verfahren kamen frei.