Deutsche Journalistin Mesale Tolu kommt unter Auflagen frei

Die in der Türkei inhaftierte deutsche Journalistin und Übersetzerin Mesale Tolu kommt unter Auflagen frei. Das erklärten ihre Anwälte am Montag in Istanbul. Tolu müsse sich jeden Montag bei den Behörden melden, teilte die Linken-Bundestagsabgeordnete und Prozessbeoachterin Heike Hänsel der Nachrichtenagentur AFP mit. Es sei zudem ein Ausreiseverbot verhängt worden.

Das Gericht in Istanbul folgte mit seiner Entscheidung zur Freilassung der Deutschen einer Forderung der Staatsanwaltschaft. Diese hatte am Montag im Prozess gegen Tolu gefordert, die 33-Jährige und die fünf anderen Beschuldigten in dem Verfahren unter Auflagen auf freien Fuß zu setzen.

Tolu war in der Türkei als Journalistin und Übersetzerin für die linksgerichtete Nachrichtenagentur ETHA tätig. Sie muss sich wegen "Mitgliedschaft in einer Terrororganisation" und "Terrorpropaganda" verantworten. Tolu wird beschuldigt, der verbotenen linksextremen Gruppierung MLKP anzugehören. Bei einer Verurteilung drohen ihr 15 Jahre Haft. Bereits zum Auftakt ihres Prozesses im Oktober hatte sie die gegen sie erhobenen Vorwürfe klar zurückgewiesen.

Eine Sprecherin des Auswärtigen Amts begrüßte Tolus Freilassung "mit Freude und Erleichterung". Das Verfahren sei damit allerdings nicht beendet.Die Bundesregierung setze sich weiter dafür ein, dass das Verfahren "ganz zu Ende geht".