Deutsche Industrie blickt "mit Sorge" auf Brexit-Verhandlungen

Wenige Tage vor Beginn der nächsten Brexit-Verhandlungsrunde zeigt sich die deutsche Industrie besorgt. "Deutsche Unternehmen müssen Vorsorge für den Ernstfall eines sehr harten Ausscheidens treffen", erklärte der Bundesverband BDI

Wenige Tage vor Beginn der nächsten Brexit-Verhandlungsrunde hat sich der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) besorgt gezeigt. "Deutsche Unternehmen müssen Vorsorge für den Ernstfall eines sehr harten Ausscheidens treffen", erklärte BDI-Hauptgeschäftsführer Joachim Lang am Donnerstag. Der BDI blicke "mit Sorge" auf die weiteren Verhandlungen und die Wirtschaft bereite sich auf alle Szenarien vor. Kommende Woche beginnt in Brüssel die fünfte Verhandlungsrunde zum EU-Austritt von Großbritannien.

Der BDI erarbeitet nach eigenen Angaben seit Sommer in einer Taskforce mögliche Gefahren durch den Brexit für die Wirtschaftsbeziehungen und entwickelt dafür Lösungsvorschläge. Der Brexit werfe etliche rechtliche, wirtschaftspolitische und betriebswirtschaftliche Fragestellungen auf, erklärte Lang. Zudem seien die britischen Konservativen bei dem Thema tief zerstritten.

Der BDI unterstützt nach eigenen Worten die Verhandlungsstrategie der EU. "Die deutsche Industrie strebt ein sehr enges künftiges Verhältnis zu Großbritannien an", hieß es. Die Weiterentwicklung der EU habe aber Vorrang.

Die EU-Staats- und Regierungschefs wollen bei einem Gipfeltreffen am 19. und 20. Oktober in Brüssel die bisherigen Fortschritte der Verhandlungen prüfen. Erst wenn sie diese für ausreichend halten, wollen sie grünes Licht für die zweite Verhandlungsphase geben. Dabei geht es um die künftigen Beziehungen zwischen Großbritannien und der EU - etwa über den weiteren Zugang zum europäischen Binnenmarkt.