Deutsche Industrie begrüßt Pläne der Sondierer für Fachkräfte-Zuwanderung

Viele Arbeitnehmer "formal unterqualifiziert"

Vertreter der Industrie in Deutschland haben die Pläne von Union und SPD für ein Gesetz für die Zuwanderung von Fachkräften begrüßt. Der Hauptgeschäftsführer des Industrieverbandes VDMA, Thilo Brodtmann, sagte der Zeitung "Die Welt" (Mittwochsausgabe): "Gerade als industrieller Mittelstand hören wir die Signale gerne und hoffen auf Umsetzung." Eine "gesteuerte Zuwanderung kluger und motivierter Köpfe" sei "längst überfällig". Der Fachkräftemangel sei an allen Ecken und Enden spürbar.

Der stellvertretende Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelkammertags (DIHK), Achim Dercks, sagte der "Welt", "qualifizierte Zuwanderung" habe in der Zukunft "einen wichtigen Stellenwert in einer Strategie zur Fachkräftesicherung". Der Fachkräftemangel sei heute schon "Geschäftsrisiko Nummer eins". Deshalb sei es erforderlich, das Zuwanderungsrecht einfacher und transparenter zu machen, damit es für Fachkräfte aus aller Welt noch attraktiver werde.

Gercks sieht Nachholbedarf vor allem in der Kommunikation. "Wir sollten im Ausland noch mehr über Deutschland als Arbeitsort informieren, denn die besten Regeln nützen nichts, wenn sie keiner kennt", sagte er.

In ihren derzeitigen Sondierungen haben sich Union und SPD nach Informationen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (Mittwochsausgaben) auf ein Gesetz zur Steuerung der Fachkräfte-Zuwanderung nach Deutschland verständigt. Strittig ist demnach aber noch, welchen Namen das Gesetz tragen soll. Die Union plädiere für "Fachkräftezuwanderungsgesetz", die SPD für "Einwanderungsgesetz".

CDU, CSU und SPD hatten ihre Sondierungen am Sonntag begonnen und wollen am Donnerstag zu der abschließenden Runde zusammenkommen. Im Anschluss wollen alle Seiten das Ergebnis bewerten und über die Aufnahme von Koalitionsgesprächen entscheiden.