Deutsche haben weniger Angst vor Krebs und Demenz

Bilder einer Brustkrebs-Mammographie

Die Deutschen haben weniger Angst vor schweren Krankheiten wie Krebs, Demenz oder Herzinfarkt. 65 Prozent fürchten sich vor einem bösartigen Tumor, vor sieben Jahren waren dies noch 73 Prozent, wie aus einer am Donnerstag in Hamburg veröffentlichten Studie der Krankenkasse DAK-Gesundheit hervorgeht. Auch die Furcht vor Demenz ging zurück ? von 50 Prozent im Jahr 2010 auf jetzt 39 Prozent.

Vier von zehn Menschen haben Angst, einen Schlaganfall zu erleiden. Sieben Jahre zuvor war es noch jeder Zweite. Die Furcht vor einem Herzinfarkt beschäftigt jeden dritten Befragten, vor einigen Jahren waren dies noch 45 Prozent.

Wie die Umfrage weiter zeigt, sank auch die Furcht vor psychischen Erkrankungen wie Depressionen oder Burnout im gleichen Zeitraum von 30 auf 24 Prozent. Etwas ausgeprägter ist diese Angst bei Jüngeren: Jeder Dritte zwischen 14 und 29 Jahren fürchtet sich vor einer psychischen Erkrankung.

Mit der sinkenden Furcht vor schweren Krankheiten geht der Studie zufolge allerdings auch das Engagement für die eigene Gesundheit zurück. Weniger Menschen gehen zu Vorsorgeuntersuchungen oder halten sich mit Sport und gesunder Ernährung fit.

Lediglich etwas mehr als jeder Dritte (37 Prozent) nutzt derzeit den Gesundheitscheck gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Vor sieben Jahren waren dies noch 44 Prozent. Auch der Anteil jener, die sich regelmäßig sportlich betätigen und gesund ernähren, sank - von 80 beziehungsweise 77 Prozent auf 76 und 71 Prozent.

Trotz der immer noch recht großen Angst vor einer Tumorerkrankung nimmt nur knapp jeder Zweite (49 Prozent) die Krebsvorsorge in Anspruch. 2010 waren es noch 60 Prozent. Vor allem Männer scheuen den Gang zum Arzt: Nur vier von zehn Männern nehmen das kostenfreie Angebot der Krankenkassen wahr.

Seit 2010 untersucht das Forsa-Institut für die DAK-Gesundheit die Angst der Deutschen vor Krankheiten. Befragt wurden im September und Oktober bundesweit rund 3500 Bürger.