Deutsche Großunternehmen rechnen mit Konjunktureintrübung

Verschiffung von Neuwagen in Emden

Vier von fünf deutschen Großunternehmen rechnen mit einer allgemeinen Eintrübung der Wirtschaftslage bis spätestens 2022. "Etliche Unternehmen haben daher einen harten Sparkurs mit Stellenstreichungen und Werksschließungen eingeschlagen", wie eine Befragung der Beratungsgesellschaft EY ergab. Doch viele der 144 befragten Konzerne "tätigen gleichzeitig hohe Investitionen in neue Geschäftsfelder und Technologien".

Laut der Umfrage unter Managern von Großunternehmen ist die Bereitschaft zu Fusionen oder Übernahmen hierzulande so hoch wie noch nie seit Beginn der Erhebung im Jahr 2010: 65 Prozent der Unternehmen planen Zukäufe in den kommenden zwölf Monaten. "Statt den Kopf in den Sand zu stecken und auf bessere Zeiten zu hoffen, treten sie die Flucht nach vorn an und betreiben eine aktive Portfoliopolitik", lobte EY am Montag.

Dazu gehört aus Sicht der Berater im Zweifel auch, "sich von Geschäftsfeldern zu trennen, die traditionell zum Kerngeschäft gezählt wurden" und dafür "neue Expertise sowie Technologien an Bord zu bekommen". Sie verwiesen dabei auf die Automobilbranche und den Maschinenbau, wo "der Zwang zur Veränderung" infolge der Konjunkturaussichten und des technologischen Wandels besonders sichtbar sei.

"Einige Unternehmen müssen nun über den eigenen Schatten springen und bereit sein, Fusionen oder Allianzen auch mit langjährigen Konkurrenten einzugehen", erklärte EY. Das bringe zwar auch "das Risiko von Fehlschlägen" mit sich, doch "für einen organischen Aufbau eigener Kompetenzen etwa im Bereich digitaler Technologien fehlt häufig einfach die Zeit".