Finanzaufsicht und Bundesbank warnen Anleger vor Investitionen in Bitcoins

Südkorea, einer der Hotspots des Handels mit digitalen Währungen, hat dafür schärfere Regeln angekündigt und damit den Kurs des Bitcoin auf Talfahrt geschickt

Angesichts der Schwankungen beim Kurs der Bitcoins warnen Bundesfinanzaufsicht und Bundesbank private Anleger eindringlich vor Investitionen in die digitale Währung. "Es handelt sich um höchst spekulative Vorgänge mit der Möglichkeit des Totalverlustes", sagte der Chef der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), Felix Hufeld, der "Bild"-Zeitung (Samstagsausgabe).

"Wir sehen eine rasante Wertentwicklung, die das Risiko rasanten Verlusts birgt", warnte auch Bundesbank-Vorstandsmitglied Carl-Ludwig Thiele. Wegen der hohen Wertschwankungen eigne sich die Digitalwährung auch nicht zur Wertaufbewahrung. "Das teure und ineffiziente Übertragungssystem der Blockchain spricht zudem gegen Eignung als Zahlungsmittel", sagte Thiele der Wirtschaftszeitung "Euro am Sonntag".

Der Bitcoin war 2009 auch als Antwort auf die Finanzkrise erfunden worden, um eine von Staaten, Zentralbanken und anderen Finanzinstituten unabhängige Währung zu erschaffen. Befürworter argumentieren, dass Bitcoins vor allem in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit attraktiver werden könnten. Kritiker bezeichnen die Kryptowährung hingegen nicht zuletzt aufgrund der rasanten Kursentwicklung als reines Spekulationsobjekt.

Das extreme Auf und Ab des Bitcoin hatte sich am Freitag fortgesetzt. Der Kurs der Kryptowährung rutschte im asiatischen Handel kurzzeitig um mehr als 16 Prozent auf knapp über 13.000 Dollar (10.950 Euro). Noch Anfang der Woche hatte der Kurs fast 20.000 Dollar erreicht.

Im Zuge des Bitcoin-Booms werde es "Exzesse geben, die bittere Verlierer produzieren", warnte Bafin-Chef Hufeld. Deshalb müsse jeder Bitcoin-Anleger mit "höchster Vorsicht" vorgehen und wissen, "dass er im schlimmsten Fall sein ganzes Geld verlieren kann". Hufeld stellte Regulierungen in Aussicht: Seine Aufsichtsbehörde müsse "da eng am Ball bleiben", sagte er. "Wir sind alle dabei, dieses Gebiet erst zu verstehen und Know-How aufzubauen", was eine "große Lernaufgabe" sei.

Auch der Wirtschaftsweise Christoph Schmidt sieht in Investitionen in Bitcoins "hoch spekulative Geschäfte". Dies sei so lange nicht bedenklich, wie Anleger die daraus erwachsenden Risiken aus eigener Kraft tragen könnten, sagte Schmidt der "Rheinischen Post" (Samstagsausgabe). "Zögen ihre Verluste jedoch andere in Mitleidenschaft, weil ihr Erwerb durch Kreditaufnahme finanziert wird, dann würde dies das Risiko für Verwerfungen an den Finanzmärkten erhöhen."