Deutscher Außenhandel wächst im Februar nur verhalten

Viele Deutsche bewerten Globalisierung und Freihandel zwar grundsätzlich positiv, wünschen sich aber dennoch mehr Schutz vor negativen Folgen. Das zeigt eine von der Bertelsmann-Stiftung veröffentlichte Umfrage

Der deutsche Außenhandel hat im Februar nur verhalten zugelegt. Gegenüber dem Vorjahresmonat stiegen die Exporte um 2,4 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte; im Vergleich zum Vormonat Januar 2018 verzeichneten die Statistiker kalenderbereinigt ein Minus von 3,2 Prozent. Der sich aufschaukelnde Handelskonflikt zwischen den USA und China streue "Sand ins Getriebe der Weltwirtschaft", warnte der Außenhandelsverband BGA.

Insgesamt wurden im Februar laut den vorläufigen Zahlen des Bundesamtes Waren im Wert von 104,7 Milliarden Euro exportiert. Deutlicher als die Ausfuhren stiegen die Importe: Sie lagen mit einem Wert von 86,3 Milliarden um 4,7 Prozent höher als im Februar 2017. Der Außenhandelsüberschuss, für den Deutschland international immer wieder kritisiert wird, verringerte sich damit - er sank im Vergleich zum Vorjahresmonat von 19,8 Milliarden Euro auf nun 18,4 Milliarden Euro.

"Die neuen Exportzahlen zeigen, dass die deutsche Industrie international nach wie vor gut aufgestellt ist", erklärte der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI). Gleichwohl dürfe sich die Politik von den Zahlen nicht blenden lassen: "Der Handelskonflikt zwischen den USA und China gefährdet Deutschland als drittgrößte Handelsnation ganz besonders", warnte BDI-Hauptgeschäftsführer Joachim Lang.

Momentan trotze die deutsche Außenwirtschaft "noch allen Widrigkeiten", erklärte BGA-Präsident Holger Bingmann. "Klar ist aber, dass diese Widrigkeiten irgendwann ihren Preis haben werden." Unter dem Handelskonflikt zwischen den USA und China, die sich zuletzt wechselseitig mit der Ankündigung von hohen Strafzöllen überzogen hatten, werde die stark international ausgerichtete deutsche Wirtschaft leiden, "wenn nicht bald endlich wieder Besonnenheit einkehrt", erklärte Bingmann.

Umso wichtiger sei es für Deutschland, mit allen Akteuren im Gespräch zu bleiben und sich von keiner Seite instrumentalisieren zu lassen, forderte der BGA-Präsident. Die Zahlen der Statistiker zeigten einmal mehr, "was wir an Europa haben und wie unsere europäischen Partner zugleich von einem wirtschaftlich erfolgreichen Deutschland profitieren", erklärte Bingmann.

Die meisten Waren führten deutsche Unternehmen auch im Februar in Länder der Europäischen Union aus. Dorthin wurden dem Bundesamt zufolge Waren im Wert von 63,2 Milliarden Euro exportiert, Waren im Wert von 49,9 Milliarden Euro wurden von dort importiert.

In Drittländer außerhalb der Europäischen Union wurden im Februar Waren im Wert von 41,5 Milliarden Euro verschifft und Waren im Wert von 36,4 Milliarden Euro aus diesen Ländern nach Deutschland eingeführt. Damit stiegen die Importe aus Drittländern mit 5,0 Prozent kräftiger als die Exporte dorthin, die um 0,9 Prozent zulegten.

Angesichts des Handelsstreits könne sich die Weltkonjunktur als Ganzes "empfindlich abschwächen", warnte der BDI. Weltweit drohe eine Protektionismusspirale, wenn sich die USA und China weiter gegeneinander abschotteten. Beide Länder müssten ihre Handelskonflikte "nicht gegen, sondern gemeinsam mit der Welthandelsorganisation WTO lösen".