Deutsche Dating- und Sprach-Lern-Apps streben an die Börse

Aaron Kirchfeld, Myriam Balezou und Eyk Henning
·Lesedauer: 2 Min.

(Bloomberg) -- Von der Sprach-Lern-App Babbel bis zur Partnervermittlung Parship - eine wachsende Anzahl deutscher Unternehmen will die steigenden Aktienkurse für den Sprung an die Börse nutzen.

Das Berliner Startup Lesson Nine GmbH, das Babbel betreibt, sucht aktuell nach Beratern für einen möglichen Börsengang, sagten mit den Plänen vertraute Personen, die um Anonymität baten. Die Corona-Pandemie macht elektronisches Lernen sowohl für Erwachsene als auch für Kinder oftmals zur einzigen Alternative und hat dem Unternehmen steigende Nutzerzahlen beschert.

ProSiebenSat.1 Media SE, zu deren Portfolio ParshipMeet Holding GmbH gehört, arbeitet derweil bereits mit Beratern an einem möglichen IPO, sagten die Personen. In den USA hat es mit Bumble Inc. diesen Monat bereits einen erfolgreichen Börsengang eines Wettbewerbers gegeben.

Weder zu Babbel noch zu ParshipMeet wurden bislang endgültige Entscheidungen getroffen. Vertreter der Unternehmen lehnten eine Stellungnahme ab.

Börsengänge in Deutschland hatten dieses Jahr jedenfalls einen guten Start. Über 2 Milliarden Euro wurden bislang eingesammelt, zeigen von Bloomberg zusammengestellte Daten. Damit ist das Land auf dem Weg zum zweitbesten Eröffnungsquartal für IPOs seit mehr als einem Jahrzehnt. Bisher wurde dieses Volumen zwar hauptsächlich getragen von den 1,8 Milliarden Euro, die Gebrauchtwagenhändler Auto1 Group SE bei seinem Börsengang eingesammmelt hat. Es könnte aber noch einiges dazukommen.

Von Prothesenhersteller Ottobock SE & Co. beispielsweise, der noch dieses Jahr den Gang aufs Börsenparkett wagen könnte, sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen. Smava GmbH, eine Online-Plattform für Konsumentenkredite, könnte zum Ende des Jahres oder Anfang 2022 folgen. Online-Autoteilehändler Autodoc GmbH hat ebenfalls bereits mit Banken über einen möglichen Börsengang gesprochen, so die Personen.

Die möglicherweise größte Notierung in Deutschland in diesem Jahr könnte von Vodafone Group Plc kommen, die mit ihrer europäischen Funkmast-Tochter in Frankfurt etwa 4 Milliarden Euro einsammeln will. Auch der Brillenhändler Mister Spex ist ein Kandidat. In den Schatten gestellt würden alle diese Transaktionen, sollte Volkswagen AG sich tatsächlich für eine Notierung von Porsche entscheiden.

Überschrift des Artikels im Original:Dating, Language Apps Consider Joining Germany’s IPO Rush

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