Zapfenstreich in Norwegen; EU warnt vor Corona-Konjunkturschäden

David Verbeek
·Lesedauer: 2 Min.

(Bloomberg) -- Die Pandemie drückt die Konjunkturaussichten Europas, Griechenland fährt das öffentliche Leben herunter, und die Norweger sollen weniger trinken: Der Corona-Überblick.

Deutschland hat zuletzt nach Daten der Johns Hopkins Universität vom Donnerstagmorgen mehr als 30.000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet - die höchste Zahl seit Beginn der Pandemie. Weltweit wurden laut JHU erstmals mehr als 10.000 Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 und über 600.000 Neuinfektionen innerhalb eines Tages registriert.

Auch Polen und Tschechien verzeichneten neue Höchstwerte. Das polnische Gesundheitsministerium meldete mehr als 27.000 Infektionen und 367 neue Todesfälle. In Tschechien lagen die Neuinfektionen zuletzt bei mehr als 15.700.

In Griechenland beginnt am Samstag ein dreiwöchiger landesweiter Lockdown, nachdem die Zahl der Neuinfektionen und Intensivpatienten zuletzt angestiegen war. “Wenn wir weiterhin dieselben Steigerungsraten wie in der letzten Woche haben, dann hätten wir Tausende in unseren Krankenhäusern”, sagte Premierminister Kyriakos Mitsotakis in einer Fernsehansprache. Am Mittwoch hatte Griechenland einen neuen Rekord von 2.646 Neuinfektionen gemeldet, die Intensivbetten im Land sind zu 69% belegt.

In Norwegen wird ab Freitag der Ausschank von Alkohol nach Mitternacht landesweit untersagt. Das neue Pandemiepaket verbietet auch Treffen von mehr als 20 Personen in der Öffentlichkeit. “Die Lage ist sehr ernst”, sagte Premierministerin Erna Solberg. “Wir müssen jetzt handeln, um einen neuen Lockdown zu vermeiden”, erklärte sie. Die Bürger werden aufgefordert, nach Möglichkeit zu Hause zu bleiben und auf unnötige Reisen zu verzichten. Zuletzt hatte sich das Virus über den ursprünglichen Hotspot Oslo hinaus ausgebreitet.

Die EU-Kommission hat die Wachstumsprognose für die Region im kommenden Jahr gesenkt. Die Wirtschaft wird 2021 demnach um nur noch 4,2% wachsen, weniger als bislang geschätzt. “Die europäische Erholung wurde wegen des Wiederanstiegs der Covid-19-Fälle unterbrochen” sagte EU-Wirtschaftskommissar Paolo Gentiloni. Die Kommission warnte, dass die Pandemie “tiefere Narben” hinterlassen könnte als prognostiziert.

Nach Angaben der Johns Hopkins Universität vom Donnerstagmorgen wurden in den zurückliegenden 24 Stunden in Deutschland 31.480 Personen neu mit dem Coronavirus diagnostiziert. Seit Beginn der Pandemie wurde das Virus in der Bundesrepublik damit bei insgesamt 608.611 Personen festgestellt.

Im Zusammenhang mit Corona gab es weitere 232 Todesfälle; die Gesamtzahl stieg damit auf 10.949.

Laut Robert Koch Institut am Vorabend lag die Reproduktionszahl, der sogenannte 4-Tage-R-Wert bei 0,81, nach 0,94 am Vortag.

Das R-Maß gibt an, wie viele weitere Menschen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt; die Zahl sollte unter 1,0 liegen, um eine exponentielle Ausbreitung zu verhindern, die das Gesundheitssystem überfordern könnte.

(Ergänzt um Norwegen im 5. Absatz)

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