EU-Impfkampagne beginnt Ende Dezember; Macron positiv getestet

David Verbeek
·Lesedauer: 3 Min.

(Bloomberg) -- Von der Leyen nennt ersehnten Termin, Macron sorgt für Aufregung, Rekordansteckungen in Deutschland: Der Corona-Überblick.

“Am 27., 28. und 29. Dezember wird die Impfung EU-weit beginnen”, schrieb EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in einem Tweet. Zuvor hatten informierte Personen berichtet, dass die Zulassung des Impfstoffs von Pfizer und BioNTech nach dem Willen der Kommission noch am selben Tag erfolgen solle, falls das Beratergremium der Europäischen Arzneimttelagentur bei seinem Treffen am kommenden Montag grünes Licht gibt. Dann könnten bereits am darauf folgenden Mittwoch die ersten Dosen an die Impfzentren ausgeliefert werden, hieß es.

Den Regierungen der Mitgliedsländer fällt es in letzter Zeit zunehmend schwer, ihren Bürgern zu erklären, warum die Zulassung in der EU weiterhin aussteht, während in den USA und Großbritannien die Impfkampagne bereits angelaufen ist.

Deutschland hat nach Angaben der Johns Hopkins Universität vom Donnerstagmorgen für die zurückliegenden 24 Stunden 45.113 Neuinfektionen gemeldet, so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Die Zahl der neuen Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 lag bei 729.

Auch in Dänemark sind die Neuinfektionen auf ein Rekordhoch angestiegen, so dass das Land nun auf einen Lockdown über die Weihnachtstage zusteuert. Ab Donnerstag schließen landesweit die Einkaufszentren, und ab dem 25. Dezember machen alle Geschäfte, die nicht Lebensmittel oder Medikamente verkaufen, dicht. Die Schulen schließen ab Montag. Die Maßnahmen gelten bis in die erste Woche des neuen Jahres.

“Das gesellschaftliche Leben herunterzufahren, ist die weitreichendste Entscheidung, die wir als Reaktion auf das Coronavirus treffen können”, sagte Premierministerin Mette Frederiksen. Es werde alles getan, um einen längeren Lockdown zu vermeiden, aber “im Moment brauchen wir einen”, erklärte sie.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat sich in Quarantäne begeben, nachdem er positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Er habe Krankheitssymptome und werde sich für sieben Tage isolieren, dabei aber weiterarbeiten, teilte sein Büro mit. Premierminister Jean Castex wurde nach Informationen des Senders BFM TV negativ getestet, nachdem sein Büro zuvor mitgeteilt hatte, er begebe sich wegen seines Kontakts mit Macron in Quarantäne. Aus demselben Grund haben sich auch Spaniens Premier Pedro Sanchez, EU-Ratspräsident Charles Michel und Portugals Premier Antonio Costa isoliert.

Seit Beginn der Pandemie wurde das Virus in der Bundesrepublik bei insgesamt 1.423.830 Personen festgestellt. Die Gesamtzahl der Todesfälle lag bei 24.273.

Laut Robert Koch Institut am Vorabend lag die Reproduktionszahl, der sogenannte 4-Tage-R-Wert bei 0,88, nach 0,95 am Vortag. Das R-Maß gibt an, wie viele weitere Menschen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt; die Zahl sollte unter 1,0 liegen, um eine exponentielle Ausbreitung zu verhindern, die das Gesundheitssystem überfordern könnte.

(Ergänzt um von der Leyen im 2., Macron und andere Politiker im 7. Absatz)

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