BioNTech/Pfizer erhöhen Ziele; Spahn verlangt weniger Kontakte

David Verbeek
·Lesedauer: 3 Min.

(Bloomberg) -- Impfstoffproduzenten legen einen Zahn zu, Spahn appelliert und verteidigt sich, China erlaubt Untersuchung: Der Corona-Überblick.

Die Mainzer BioNTech und die amerikanische Pfizer planen jetzt mit der Produktion von zwei Milliarden Dosen ihres Covid-19-Impfstoffs in diesem Jahr. Das geht aus einer Präsentation hervor, die BioNTech am Montag veröffentlicht hat. Das bisherige Fertigungsziel hatte bei 1,3 Milliarden Dosen gelegen. Das neue Werk in Marburg soll Ende Februar seinen Betrieb aufnehmen und bis zu 750 Millionen Dosen pro Jahr herstellen können.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat an die Deutschen appelliert, noch weniger Menschen zu treffen, um die Pandemie einzudämmen. Gerade jetzt, in den nächsten Wochen, sei es “sehr, sehr wichtig”, auch im privaten Bereich die Kontakte zu reduzieren, sagte Spahn im ZDF-Morgenmagazin. “Das ist im Moment auch der Bereich, wo dieses Virus sich vor allem noch überträgt.” Gegenüber der Welt am Sonntag hatte Spahn zuvor Vorwürfe zurückgewiesen, er habe relevante Fehler bei der Bestellung von Covid-19-Impfstoffen gemacht. „Hätte die EU härter verhandelt, wären es zu Beginn vielleicht ein paar hunderttausend Dosen mehr gewesen. Das ist nicht nichts, aber die Situation wäre die gleiche“, erklärte er. Spahn verteidigte auch die Entscheidung, die Impfstoffbestellung an die EU-Kommission zu delegieren. Die deutsche Wirtschaft brauche offene Grenzen, und daher nutze es nichts, wenn in wenigen EU-Staaten geimpft werden könne und andere weiter von der Pandemie getroffen seien.

China erlaubt einem Expertenteam der Weltgesundheitsorganisation die Einreise am Donnerstag. Das teilte die chinesische Gesundheitskommission am Montag mit. Die Wissenschaftler sollen den Ursprüngen der Conrona-Pandemie auf den Grund gehen. Zuvor hatte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus China kritisiert, weil es die Genehmigung verzögere.

Die Philippinen planen, ihre gesamte Bevölkerung von über 100 Millionen Menschen zu impfen. Die Kampagne soll bis 2023 abgeschlossen werden. Derzeit verhandelt das Land noch mit Herstellern über die Lieferung von Impfstoff.

Die Lokalregierung von Tokio hat den siebten Tag in Folge mehr als 1.000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Am Donnerstag lag der Wert bei 2.500. Premierminister Yoshihide Suga hatte vergangene Woche wegen der Infektionsdynamik den Notstand für die Hauptstadt und angrenzende Bereiche ausgerufen.

Deutschland hat nach Angaben der Johns Hopkins Universität vom Montagmorgen für die zurückliegenden 24 Stunden 339 Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 gemeldet. Die Zahl der Neuinfektionen mit dem neuartigen Coronavirus wurde mit 948 angegeben.

Seit Beginn der Pandemie wurde das Virus in der Bundesrepublik damit bei insgesamt 1.929.410 Personen nachgewiesen. Die Gesamtzahl der Todesfälle lag bei 40.936.

Laut Robert Koch Institut am Vorabend lag die Reproduktionszahl, der sogenannte 4-Tage-R-Wert, bei 1,52, gg 1,46 am Vortag. Das R-Maß gibt an, wie viele weitere Menschen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt; die Zahl sollte unter 1,0 liegen, um eine exponentielle Ausbreitung zu verhindern, die das Gesundheitssystem überfordern könnte.

(Ergänzt um BioNTech/Pfizer im 2. und Spahn im 3. Absatz)

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