WHO sieht noch zwei Virus-Szenarien; Dobrindt will Alleingang

David Verbeek und Ingo Kolf
·Lesedauer: 2 Min.

(Bloomberg) -- WHO sieht nur noch zwei Theorien für Virus-Herkunft, Dobrindt will chinesische und russische Impfstoffe, und Laschet sieht Kitas und Schulen als entscheidendes Thema bei den Bund-Länder-Beratungen am Mittwoch.

Die Weltgesundheitsorganisation hat die Theorien für die Herkunft des SARS-CoV-2-Virus auf nur noch zwei eingegrenzt, erklärte der zuständige WHO-Direktor Peter Ben Embarek am Dienstag bei einem Briefing. Demnach sei es am wahrscheinlichsten, dass das Virus entweder über einen Tier-Zwischenwirt oder über Produkte der Lebensmittel-Kühlkette übertragen worden sei. Die Theorie, das Virus sei aus einem Labor entwischt, sei sehr unwahrscheinlich und werde nicht mehr untersucht, sagte Embarek.

Deutschland sollte auf nationaler Ebene die Impfstoffe aus China und Russland einkaufen, fordert Alexander Dobrindt, der Chef der CSU-Landesgruppe im Bundestag. Er verweist dabei auf die schleppende Corona-Impfstoffbeschaffung durch die EU-Kommission. Es gehöre zum “primären Interesse eines Landes”, dass es für die eigene Bevölkerung genug Impfstoff gebe, sagte Dobrindt weiter. Angesichts der eskalierenden Virus-Lage in Tirol hält Dobrindt auch eine Grenzschließung zu Österreich für möglich.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet will, dass Schulen und Geschäfte “so schnell wie möglich” wieder öffnen, wie er in einer Sondersitzung des Düsseldorfer Landtags laut DPA sagte. Kitas und Schulen werden demnach am Mittwoch das “entscheidende Thema” bei den Bund-Länder-Beratungen sein. Die Debatte über Kitas und Schulen sei im Kampf gegen die Corona-Pandemie “zu kurz gekommen”. Weitere Öffnungen seien derzeit nicht denkbar.

Deutschland hat nach Angaben der Johns Hopkins Universität vom Dienstagmorgen für die zurückliegenden 24 Stunden 4.650 Neuinfektionen mit dem Coronavirus und 483 Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 gemeldet.

Seit Beginn der Pandemie wurde das Virus in der Bundesrepublik damit bei insgesamt 2.296.323 Personen nachgewiesen. Die Gesamtzahl der Todesfälle lag bei 62.191.

Laut Robert Koch Institut am Vorabend lag die Reproduktionszahl - der sogenannte 4-Tage-R-Wert - bei 1,00, nach 1,03 am Vortag. Das R-Maß gibt an, wie viele Menschen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt; die Zahl sollte unter 1,0 liegen, um eine exponentielle Ausbreitung zu verhindern, die das Gesundheitssystem überfordern könnte.

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