Merkel stimmt auf harten Corona-Winter ein; volle US-Kliniken

David Verbeek
·Lesedauer: 2 Min.

(Bloomberg) -- Die Bundeskanzlerin dämpft Hoffnungen, Swiss-Re-Chef schätzt Corona-Kosten, Schweiz sichert sich Impfstoff: Der Corona-Überblick.

Die zweite Pandemiewelle werde wahrscheinlich stärker ausfallen als die erste, sagte Angela Merkel am Mittwoch. Trotz der Aussicht auf einen Impfstoff müssten sich die Bürger auf einen “harten Winter” einstellen, erklärte die Kanzlerin.

Auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer schlug zurückhaltende Töne an. “Wenn es uns nicht gelingt, wieder substanziell die Zahlen nach unten zu bekommen, das heißt, 50 Infizierte je 100.000 Einwohner über sieben Tage Inzidenz, dann werden schwierige Monate vor uns liegen”, sagte er im ARD Morgenmagazin.

Der Produktionsausfall infolge der Corona-Pandemie könnte sich auf etwa 12 Billionen Dollar belaufen, sagte Swiss-Re-Chef Christian Mumenthaler auf einer Bloomberg-Veranstaltung. Dass es zu einer solchen Seuche gekommen sei, komme für die Versicherungsbranche nicht gänzlich unerwartet, erklärte er. “Alle 30 oder 40 Jahre gibt es solche Pandemien”, so Mumenthaler. Überraschend seien eher die Reaktion der Gesellschaft und die strengen Lockdowns.

In den amerikanischen Städten breitet sich das Virus wieder in alarmierendem Tempo aus, nachdem die Pandemie zuletzt insbesondere in den ländlichen Regionen der USA problematisch gewesen war. Großstädte wie Denver, Detroit und Chicago verzeichnen deutlich steigende Infektionszahlen. Landesweit registrierten die USA am Montag knapp 143.000 Neuansteckungen und 667 neue Todesfälle.

Auf den Impfstoffkandidaten, den der US-Pharmariese Pfizer und die deutsche BioNTech SE gemeinsam entwickeln, hat sich nun auch die Schweiz Zugriff gesichert. Das Land habe rund 3 Millionen Dosen des Mittels reserviert, sagte Innenminister Alain Berset.

Derzeit werden in den USA knapp 62.000 Covid-19-Patienten stationär behandelt, so viele wie nie seit Beginn der Pandemie. Fachleute sind auch beunruhigt wegen des Tempos, mit dem sich die Kliniken füllen. In der letzten Woche wurden täglich durchschnittlich 1.661 Patienten neu eingewiesen.

Deutschland hat nach Angaben der Johns Hopkins Universität vom Mittwochmorgen in den zurückliegenden 24 Stunden in Deutschland 26.547 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus erreichte mit 373 den höchsten Stand seit Mitte April.

Seit Beginn der Pandemie wurde das Virus in der Bundesrepublik damit bei insgesamt 715.693 Personen festgestellt. Die Gesamtzahl der Todesfälle stieg auf 11.781.

Laut Robert Koch Institut am Vorabend lag die Reproduktionszahl, der sogenannte 4-Tage-R-Wert bei 0,88, nach 1,09 am Vortag. Das R-Maß gibt an, wie viele weitere Menschen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt; die Zahl sollte unter 1,0 liegen, um eine exponentielle Ausbreitung zu verhindern, die das Gesundheitssystem überfordern könnte.

(Ergänzt um Merkel, Kretschmer, Schweiz)

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