Deutsche sollen geduldig sein, Österreich vor neuen Maßnahmen

David Verbeek
·Lesedauer: 2 Min.

(Bloomberg) -- Spahn fordert von den Deutschen Standhaftigkeit, Österreicher müssen sich auf neue Einschränkungen einstellen, und Japan fürchtet den Winter: Der Corona-Überblick.

Nach der Bundeskanzlerin dämpft auch der Bundesgesundheitsminister die Hoffnungen auf ein “normales” Weihnachtsfest. Große Feiern halte er in diesem Winter für problematisch, sagte Jens Spahn im ARD Morgenmagazin. “Das werden wir im Winter sicher miteinander durchhalten müssen”, erklärte er. Die Infektionszahlen in Deutschland zeigten die “richtige Tendenz”, aber man müsse abwarten, “ob wir dahin kommen, wo wir hinkommen müssen”, sagte Spahn. Ob die jüngst verhängten Pandemie-Maßnahmen wirken, werde man erst in den nächsten Tagen sehen; das Virus habe eine “lange Bremsspur”.

Die österreichische Regierung wird am Samstag neue Verschärfungen der Lockdown-Maßnahmen bekanntgeben. Mit den bestehenden Regelungen nach deutschem Vorbild ist es nicht gelungen, den Infektionsanstieg zu stoppen. Seit Verhängung der aktuellen Maßnahmen sind die täglichen Neuinfektionen um 73% gestiegen, auf einen Rekord von 9.262 am Donnerstag. Bislang sind die meisten Schulen und Geschäfte in Österreich geöffnet, ebenso Dienstleister wie Friseure. Nur Restaurants, Cafes, Kinos, Theater und Fitnesstudios mussten schließen.

In Japan haben die Neuinfektionen einen Rekord erreicht. Obwohl die Zahl mit 1.661 verglichen mit anderen Ländern niedrig erscheint, weckt sie Sorgen vor einem schwierigen Winter. Schärfere Maßnahmen seien nötig, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern, sagte Yasutoshi Nishimura, der als Minister für das Pandemieprogramm verantwortlich ist. “Wenn es so weitergeht, dann könnte das das Gesundheitssystem überlasten”, erklärte er.

Deutschland hat nach Angaben der Johns Hopkins Universität vom Freitagmorgen in den zurückliegenden 24 Stunden 24.738 Corona-Neuinfektionen und 222 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet.

In der Bundesrepublik wurde das Virus seit Beginn der Pandemie damit bei insgesamt 762.832 Personen festgestellt. Die Gesamtzahl der Todesfälle stieg auf 12.216.

Laut Robert Koch Institut am Vorabend lag die Reproduktionszahl, der sogenannte 4-Tage-R-Wert bei 0,79, nach 0,77 am Vortag. Das R-Maß gibt an, wie viele weitere Menschen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt; die Zahl sollte unter 1,0 liegen, um eine exponentielle Ausbreitung zu verhindern, die das Gesundheitssystem überfordern könnte.

(Ergänzt um Österreich im 3. Absatz)

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