RKI sieht weiter ernste Corona-Lage, Fauci sieht Pandemie-Ende

David Verbeek
·Lesedauer: 2 Min.

(Bloomberg) -- Das RKI macht düstere Prognosen, die Bundeskanzlerin stimmt auf eine Durststrecke ein, und der US-Top-Virologe sieht Licht am Ende des Tunnels: Der Corona-Überblick.

Die Lage sei “nach wie vor sehr ernst”, und das Infektionsgeschehen nehme weiterhin “praktisch in ganz Deutschland zu”, sagte Lothar Wieler, Präsident des Robert Koch Instituts, am Donnerstag auf einer Telefonkonferenz. Wieler erwartet eine weiter steigende Zahl von schweren Covid-19-Krankheitsveräufen. “Auch die Zahl der Todesfälle wird weiter steigen”, erklärte er. Es müsse damit gerechnet werden, dass Kliniken an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen.

“Vorsichtig optimistisch” stimme ihn, dass die Fallzahlen seit einigen Tagen etwas weniger stark zunehmen. Es müsse jedoch abgewartet werden, ob sich diese Entwicklung fortsetze, sagte Wieler, und mahnte die Reduzierung von Kontakten und die Beachtung der Hygieneregeln an.

Bundeskanzlerin Angela Merkel stimmte die Bevölkerung auf Einschränkungen während der Weihnachtszeit ein. Die jüngste leichte Abflachung der Neuinfektionskurve reiche nicht aus, um in den kommenden Monaten an eine Lockerung der Maßnahmen zu denken, erklärte sie in einem virtuellen Bürgerdialog. “Wir müssen jetzt alle ganz vernünftig sein. Wir müssen runterkommen auf unter 50 Fälle pro 7 Tage auf 100.000 Einwohner”, so Merkel.

Dank schneller Entwicklung bei Impfstoffen werde Covid-19 bald keine Pandemie mehr sein, sagte Anthony Fauci. Das Virus könne aber dennoch eine lange Zeit in bestimmten Gegenden endemisch bleiben, erklärte er.

Einige europäische Länder melden einen flacheren Pandemieverlauf, in schwer getroffenen Ländern wir Belgien, den Niederlanden und Tschechien war ein deutlicher Rückgang der Infektionsraten zu verzeichnen. In den USA haben die Neuinfektionen zuletzt wieder ein Rekordhoch erreicht, die Todesfälle waren auf dem höchsten Stand seit Mai.

Deutschland hat nach Angaben der Johns Hopkins Universität vom Donnerstagmorgen in den zurückliegenden 24 Stunden 22.401 Corona-Neuinfektionen und 213 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet.

Deutschland hat nach Angaben der Johns Hopkins Universität vom Donnerstagmorgen in den zurückliegenden 24 Stunden 22.401 Corona-Neuinfektionen und 213 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet

Seit Beginn der Pandemie wurde das Virus in der Bundesrepublik damit bei insgesamt 738.094 Personen festgestellt. Die Gesamtzahl der Todesfälle stieg auf 11.994.

Laut Robert Koch Institut am Vorabend lag die Reproduktionszahl, der sogenannte 4-Tage-R-Wert bei 0,77, nach 0,88 am Vortag.

Das R-Maß gibt an, wie viele weitere Menschen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt; die Zahl sollte unter 1,0 liegen, um eine exponentielle Ausbreitung zu verhindern, die das Gesundheitssystem überfordern könnte.

(Ergänzt um Wieler, Merkel, USA, Europa, Fauci)

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