Österreichs Maßnahmen wirken; Merkel sieht weiter ernste Lage

David Verbeek
·Lesedauer: 2 Min.

(Bloomberg) -- Die Bundeskanzlerin drängt, der künftige US-Präsident mahnt, und in Österreich zeigt sich ein Lichtblick: Der Corona-Überblick.

Die Pandemielage sei weiterhin sehr ernst, und die Infektionszahlen müssten weiter gesenkt werden, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel auf einer Veranstaltung der Süddeutschen Zeitung. Sobald das gelinge, werde sich die wirtschaftliche Erholung deutlich beschleunigen, erklärte sie.

Am Montag konnte sich Merkel gegenüber den Länderchefs nicht mit ihrer Forderung nach schärferen Kontaktbeschränkungen durchsetzen. Kanzleramtsminister Helge Braun deutete an, dass die Bundesregierung beim nächsten Treffen mit den Ministerpräsidenten am 25. November einen zweiten Anlauf nehmen werde - kurz bevor die aktuell geltenden Restriktionen auslaufen. “Dass die Bundesregierung lieber früher gehandelt hätte, daraus machen wir keinen Hehl”, sagte Braun in einem ZDF-Interview.

In Österreich zeigen die vor zwei Wochen verhängten Maßnahmen Wirkung. Die Sieben-Tage-Inzidenz ist den vierten Tag in Folge zurückgegangen. Der Wert liegt aber immer noch mit über 500 um das Zehnfache über dem Zielwert. Krankenhauseinweisungen und die Auslastung der Intensivkapazitäten liegen auf einem Rekordhoch. Seit Montag ist in Österreich ein verschärfter Lockdown in Kraft.

Für die Erholung der amerikanischen Wirtschaft sei ein Eindämmen der Pandemie entscheidend, sagte der designierte US-Präsident Joe Biden. Er beklagte den Mangel an Koordinierung der noch amtierenden Regierung im Kampf gegen die Seuche. “Mehr Menschen werden sterben, wenn wir uns nicht abstimmen”, erklärte er.

US-weit verhängen die Behörden derzeit neue Beschränkungen, weil die Infektionszahlen weiter rapide steigen. Alleine in den ersten zehn Novembertagen wurden eine Million Neuansteckungen gemeldet. “Es brennt im ganzen Land”, sagte Ellie Murray, Epidemiologin an der Boston University. “Viele Menschen sind jetzt ansteckend und infizieren andere und wissen es gar nicht. Wir versuchen, diese große Explosion einzudämmen.”

Deutschland hat nach Angaben der Johns Hopkins Universität vom Dienstagmorgen in den zurückliegenden 24 Stunden 14.580 Corona-Neuinfektionen und 260 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet.

Seit Beginn der Pandemie wurde das Virus in der Bundesrepublik damit bei insgesamt 817.526 Personen festgestellt. Die Gesamtzahl der Todesfälle stieg auf 12.833.

Laut Robert Koch Institut am Vorabend lag die Reproduktionszahl, der sogenannte 4-Tage-R-Wert bei 1,12, nach 1,19 am Vortag.

HINWEIS: Das R-Maß gibt an, wie viele weitere Menschen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt; die Zahl sollte unter 1,0 liegen, um eine exponentielle Ausbreitung zu verhindern, die das Gesundheitssystem überfordern könnte.

(Ergänzt um Österreich im 4. Absatz)

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