Zwischenerfolg macht Hoffnung auf Impfstoff bis Jahresende

David Verbeek
·Lesedauer: 3 Min.

(Bloomberg) -- Impfstoffstudie weckt Hoffnung, neues Hoch bei Zahl schwerkranker Corona-Patienten in Deutschland, keine Pandemieabschwächung in den USA: Der Corona-Überblick.

Der vom US-Pharmariesen Pfizer und der Mainzer BioNTech gemeinsam entwickelte Corona-Impfstoff hat in einer Studie mit Zehntausenden Teilnehmern eine sehr hohe Wirksamkeit von über 90% gezeigt. Das Ergebnis mache deutlich, “dass Covid-19 kontrolliert werden kann”, sagte BioNTech-Chef Ugur Sahin in einem Interview. Es handle sich um einen “Sieg der Wissenschaft”, fügte er hinzu. Allerdings muss in weiteren Studien noch nachgewiesen werden, dass der Impfstoff auch sicher ist.

Der Studienerfolg von Pfizer macht Hoffnung auch für andere Impfstoffkandidaten, insbesondere den der US-Firma Moderna, die auf ähnlicher Technologie aufsetzt. Ergebnisse zur Wirksamkeit und Sicherheit aus deren unfangreicher Studie könnten in einigen Wochen vorliegen. Sollten diese positiv ausfallen, könnte in den USA etwa um den Jahreswechsel ein Impfstoff auf den Markt kommen.

Die Pfizer-Nachricht katapultierte die Aktiennotierungen weltweit in die Höhe, der US-Index S&P 500 erreichte ein Allzeithoch. Pfizer stiegen um bis zu 15%, ADRs von BioNTech legten bis zu 25% zu.

In Deutschland hat die Zahl der intensivmedizinisch betreuten Covid-19-Patienten das bisherige Hoch während der ersten Pandemiewelle im April überschritten. Laut DIVI-Intensivregister wurden am Montagmorgen bundesweit 2.978 Menschen wegen des Coronavirus auf Intensivstationen behandelt. Ende Oktober waren es noch weniger als 400. Insgesamt sind die Intensivstationen derzeit zu 71% ausgelastet. Die Regierung warnt, dass die Kapazitäten bald knapp werden könnten.

Es gebe in Deutschland Anzeichen, dass sich die Infektionsdynamik abflacht, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn auf einer Pressekonferenz. Es sei aber zu früh, um von einem Trend zu sprechen. Ob die jüngst verhängten Pandemiemaßnahmen wirken, werde sich erst später zeigen.

In den USA nähert sich die Gesamtzahl der Coronainfektionen der Marke von 10 Millionen, und es ist keine Abschwächung der Dynamik zu erkennen. Per Stand Sonntag Nachmittag hatten sich seit Beginn der Pandemie 9,87 Millionen Menschen in den USA infiziert, knapp ein Fünftel der rund 50 Millionen Fälle weltweit. “Was uns im Sommer gerettet hat, war, dass wir uns draußen aufhalten konnten”, sagte Gregg Gonsalves, Epidemiologe an der Yale School of Public Health. “Im Winter gibt es kein Entrinnen in großen Teilen des Landes. Es wird schlimm werden.”

Chinesische Behörden bringen eine Corona-Infektion mit einer Lieferung aus Bremen in Verbindung. Eine kontaminierte Ladung Schweineschultern aus Deutschland könnte für die Ansteckung eines Hafenarbeiters verantwortlich sein, hieß es in einer Mitteilung des Gesundheitsamts von Tianjin vom Sonntag. Tests der Verpackung der Lieferung seien “leicht positiv” gewesen, hieß es. Es ist jedoch unklar, ob der infizierte Arbeiter am Entladen der Lieferung aus Deutschland beteiligt war.

Deutschland hat nach Angaben der Johns Hopkins Universität vom Montagmorgen in den zurückliegenden 24 Stunden in Deutschland 14.510 Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Seit Beginn der Pandemie wurde das Virus in der Bundesrepublik damit bei insgesamt 682.624 Personen festgestellt. Im Zusammenhang mit Corona gab es weitere 66 Todesfälle; die Gesamtzahl stieg damit auf 11.372.

Laut Robert Koch Institut am Vorabend lag die Reproduktionszahl, der sogenannte 4-Tage-R-Wert bei 1,10, nach 1,05 am Vortag.

Das R-Maß gibt an, wie viele weitere Menschen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt; die Zahl sollte unter 1,0 liegen, um eine exponentielle Ausbreitung zu verhindern, die das Gesundheitssystem überfordern könnte.

(Ergänzt um Moderna, Marktreaktionen)

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