Tübinger entwickeln britischen Impfstoff; Sputnik-CanSino-Mix

David Verbeek
·Lesedauer: 3 Min.

(Bloomberg) -- CureVac arbeitet für Briten, Sputnik und China-Impfstoff könnten kombiniert werden, Merck stockt Lieferungen für BioNTech auf: Der Corona-Überblick.

Die Tübinger CureVac NV hat mit der britischen Regierung eine Zusammenarbeit bei der Entwicklung von Impfstoffen gegen Varianten des Sars-CoV-2-Virus vereinbart. Mögliche Impfstoffkandidaten sollen, sofern sie eine Zulassung erhalten, in Großbritannien und seinen Überseegebieten hergestellt und vertrieben werden. Die Vereinbarung sieht vor, dass CureVac 50 Millionen Impfstoffdosen an Großbritannien liefert.

Russische und chinesische Covid-19-Impfstoffentwickler verhandeln über eine Kombination der beiden Mittel. Das erfuhr Bloomberg aus informierten Kreisen. Demnach könnte die zweite Impfung mit dem russischen Impfstoff Sputnik V durch das Vakzin der chinesischen CanSino Biologics Inc. ersetzt werden. Ein solcher Schritt könnte angesichts der weltweiten Impfstoffknappheit für mehr Flexibilität sorgen. Eine Bekanntgabe entsprechender Pläne könnte noch im Februar erfolgen, hieß es. Sprecher des Sputnik V-Partners RDIF, von CanSino und deren russischem Partner Petrovax wollen sich nicht äußern.

Vor dem Hintergrund der großen Nachfrage nach dem Impfstoff von BioNTech und Pfizer will die Darmstädter Merck KGaA die Lieferung “dringend benötigter Lipide erheblich beschleunigen”. Laut Mitteilung vom Freitag will Merck die Liefermenge bis Jahresende steigern. Die Lipide werden bei der Herstellung des Covid-19-Impfstoffs BNT162b2 von Pfizer-BioNTech eingesetzt, so Merck. Sie seien für die Wirkstofffreisetzung von mRNA-Therapeutika im Körper essenziell und ermöglichten, dass ein Impfstoff seine Wirkung entfalten kann.

Trotz sinkender Infektionszahlen ist Angela Merkel skeptisch, ob bei ihrem nächsten Treffen mit den Ministerpräsidenten am kommenden Mittwoch bereits eine Lockerung der bestehenden Restriktionen verkündet werden kann. “Wir müssen jetzt ganz, ganz vorsichtig sein, damit auf den letzten Metern nicht so viele Menschen noch sterben”, sagte die Bundeskanzlerin am Donnerstagabend im Interview mit der Sendergruppe RTL/n-tv. Mit Blick auf das mutierte Virus warnte die Kanzlerin davor, dass Deutschland durch eine verfrühte Lockerung in eine ähnliche Situation geraten könne wie derzeit Portugal.

Derweil sieht der französische Premierminister derzeit keine Rechtfertigung für einen neuen Lockdown in seinem Land. “Wir haben die Epidemie unter Kontrolle gehalten und gleichzeitig so gut wie möglich das wirtschaftliche und soziale Leben in unserem Land geschützt”, sagte Jean Castex auf einer Pressekonferenz am Donnerstag. Allerdings sei derzeit auch keine Lockerung der bestehenden Restriktionen möglich. Die neuen Virusmutationen seien eine “reale Bedrohung”, erklärte Castex.

Deutschland hat nach Angaben der Johns Hopkins Universität vom Freitagmorgen für die zurückliegenden 24 Stunden 13.032 Neuinfektionen mit dem Coronavirus und 858 Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 gemeldet.

Seit Beginn der Pandemie wurde das Virus in der Bundesrepublik damit bei insgesamt 2.265.536 Personen nachgewiesen. Die Gesamtzahl der Todesfälle lag bei 60.634.

Laut Robert Koch Institut am Vorabend lag die Reproduktionszahl - der sogenannte 4-Tage-R-Wert - bei 0,78, nach 0,75 am Vortag. Das R-Maß gibt an, wie viele Menschen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt; die Zahl sollte unter 1,0 liegen, um eine exponentielle Ausbreitung zu verhindern, die das Gesundheitssystem überfordern könnte.

(Ergänzt um CureVac im 2. Absatz)

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