Erste Erfolge in Portugal; Abriegleung Tirols im Gespräch

David Verbeek
·Lesedauer: 3 Min.

(Bloomberg) -- Lichtblick in Portugal, Sorgen in Tirol, verschiedene Seren im Mix: Der Corona-Überblick.

Angesichts einer steigenden Zahl von Infektionen mit der erstmals in Südafrika aufgetretenen Coronavirus-Variante in Österreich fordert die Virologin Dorothee von Laer eine einmonatige Abriegelung des Bundeslands. ”Wir haben hier ein Riesenproblem mit dieser Variante. Es gibt einen starken Anstieg”, sagte die leitende Virologin an der Medizinischen Universität Innsbruck der Zeitung “Kurier”. “Aber ich sehe kein Handeln der Politik hier in Tirol. Ich warte auf das zweite Ischgl”, erklärte sie.

In dem Tiroler Skiort hatte es zu Beginn der Pandemie einen großen Infektionsausbruch gegeben. “Ich bin der Meinung, man müsste Tirol für einen Monat isolieren – vom Rest von Österreich und dem Ausland”, so von Laer. Nach Informationen der Zeitung “Die Presse” wird im österreichischen Gesundheitsministerium bereits über Maßnahmen zur Eingrenzung diskutiert.

In den Niederlanden hat sich seit Beginn der Pandemie mehr als eine Million Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Zwar hat die Infektionsdynamik im Land zuletzt nachgelassen, dennoch hat die Regierung jüngst den bestehenden Lockdown bis zum 2. März verlängert, weil die Zahl der Infektionen mit den ansteckenderen Virusmutationen angestiegen ist. In den Niederlanden sind bislang insgesamt 14.281 Menschen im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben.

In Portugal, wo die Pandemie zuletzt die Krankenhausinfrastruktur an ihre Grenzen gebracht hat, zeigen sich erste Erfolge des bestehenden Lockdowns. Nach einem Rekordhoch letzte Woche sind die täglichen Neuansteckungszahlen zuletzt zurückgegangen. Weiterhin aber hat Portgual die höchste Neuinfektionszahl weltweit.

In einer neuen Studie will die Universität Oxford ermitteln, wie wirksam eine kombinierte Impfung sowohl mit dem Impfstoff von AstraZeneca als auch mit dem von BioNTech und Pfizer ist. Ein solches Impfregime könnte angesichts des weltweit knappen Impfstoffangebots für mehr Flexibilität sorgen. Getestet werden sowohl unterschiedliche Impfreihenfolgen als auch zwei verschiedene zeitliche Abstände zwischen den beiden Impfungen.

Schweden plant die Einführung eines digitalen Impfpasses. Das Land hat drei Behörden mit dem Aufbau der notwendigen Infrastruktur und der Organisation der relevanten persönlichen Daten beauftragt. Noch “vor dem Sommer” solle das Zertifikat zur Verfügung stehen, sagten Gesundheitsministerin Lena Hallengren und Digitalisierungsminister Anders Ygeman auf einer Pressekonferenz am Donnerstag. Der Pass soll der Regierung zufolge Reisen erleichtern und sich an internationalen Richtlinien und Standards orientieren.

Deutschland hat nach Angaben der Johns Hopkins Universität vom Donnerstagmorgen für die zurückliegenden 24 Stunden 12.487 Neuinfektionen mit dem Coronavirus und 784 Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 gemeldet.

Seit Beginn der Pandemie wurde das Virus in der Bundesrepublik damit bei insgesamt 2.252.504 Personen nachgewiesen. Die Gesamtzahl der Todesfälle lag bei 59.776.

Laut Robert Koch Institut am Vorabend lag die Reproduktionszahl - der sogenannte 4-Tage-R-Wert - bei 0,75, nach 0,85 am Vortag. Das R-Maß gibt an, wie viele Menschen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt; die Zahl sollte unter 1,0 liegen, um eine exponentielle Ausbreitung zu verhindern, die das Gesundheitssystem überfordern könnte.

(Ergänzt um Niederlande im 4. und Portugal im 5. Absatz)

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