Merkel will verschärften Lockdown, Europa will mehr Impfstoff

David Verbeek
·Lesedauer: 3 Min.

(Bloomberg) -- Deutsche sollen an die kürzere Leine, EU verhandelt nach, FDA erteilt Abfuhr: der Corona-Überblick.

Bundeskanzlerin Angela Merkel fordert informierten Kreisen zufolge schärfere Lockdown-Vorschriften, um die Corona-Pandemie in Deutschland in den Griff zu bekommen. Demnach schlägt das Kanzleramt für besonders betroffene Regionen Beschränkungen des Radius, in dem sich Menschen von ihren Wohnungen entfernen dürfen, vor. Merkel und die Länderchefs konferieren am heutigen Dienstag. Über die Öffnung von Schulen gebe es noch keinen Konsens. Es wird erwartet, dass der bestehende Lockdown über den 10. Januar hinaus mindestens bis Ende des Monats verlängert wird.

Die Europäische Union verhandelt informierten Kreisen zufolge mit BioNTech und Pfizer über zusätzliche Covid-19-Impfdosen. Der neue Vertrag würde 100 Millionen Dosen umfassen sowie eine Option für bis zu weitere 200 Millionen Dosen, hieß es. “Wir sind in Gesprächen, ob und wie wir weitere Impfstoffdosen aus Europa für Europa in diesem Jahr zur Verfügung stellen können“, sagte BioNTech-Chef Ugur Sahin, in einer per E-Mail gesendeten Erklärung. Erst vor einigen Tagen hatte die EU ihre ursprüngliche 200-Millionen-Dosen-Bestellung auf 300 Millionen erhöht. Sollte die Option in der neuen Vereinbarung ausgeübt werden, würde dies die Gesamtmenge auf 600 Millionen erhöhen, was ausreicht, um zwei Dritteln der EU-Bevölkerung die erforderliche zweimalige Immunisierung zu geben.

Die amerikanische Arzneimittelaufsicht hat Änderungen an den genehmigten Covid-19-Impfschemata eine klare Absage erteilt. “Versuche, die von der FDA zugelassenen Dosierungen und Verabreichungszeitpläne dieser Impfsstoffe zu verändern, sind voreilig und haben keine solide Fundierung durch vorliegende Daten”, sagte FDA-Kommissar Stephen Hahn. Solche Änderungen garantierten das hohe Schutzniveau der klinischen Studien nicht, sie stellten ein “erhebliches Risiko” für die Volksgesundheit dar und gefährdeten die Impfbemühungen, erklärte er. Angesichts teilweise schleppend anlaufender Impfkampagnen hatten Politiker unter anderem vorgeschlagen, die Dosierung des Impfstoffs von Moderna zu verringern, um schneller mehr Menschen immunisieren zu können.

Italien hat die geltenden Corona-Restriktionen verlängert. Damit bestehen die Beschränkungen der Bewegungsfreiheit über den 6. Januar hinaus weiter. Dasselbe gilt für die Grenze von zwei Gästen pro Haushalt. Die Vorschriften für die sogenannten “orangenen Zonen” mit mittlerem Risiko werden ab dem kommenden Wochenende auf das ganze Land ausgedehnt. Sie beinhalten die Schließung von Kneipen und Restaurants. Walter Ricciardi, ein Berater von Gesundheitsminister Roberto Speranza, hatte in einem am Montag veröffentlichten Zeitungsinterview Zweifel geäußert, dass die bestehenden Maßnahmen “ausreichen, um uns vor einer dritten Welle zu bewahren”.

Deutschland hat nach Angaben der Johns Hopkins Universität vom Dienstagmorgen für die zurückliegenden 24 Stunden 12.320 Neuinfektionen mit dem neuartigen Coronavirus und 957 Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 gemeldet.

Seit Beginn der Pandemie wurde das Virus in der Bundesrepublik damit bei insgesamt 1.796.216 Personen festgestellt. Die Gesamtzahl der Todesfälle lag bei 35.748.

Laut Robert Koch Institut am Vorabend lag die Reproduktionszahl, der sogenannte 4-Tage-R-Wert, bei 0,95, gg 1,11 am Vortag. Das R-Maß gibt an, wie viele weitere Menschen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt; die Zahl sollte unter 1,0 liegen, um eine exponentielle Ausbreitung zu verhindern, die das Gesundheitssystem überfordern könnte

(Ergänzt um Merkel im 2., EU im 3. Absatz)

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