EU vor Entscheidung über zweiten Impfstoff; deutscher Lockdown

David Verbeek
·Lesedauer: 3 Min.

(Bloomberg) -- Zweiter Impfstoff für die EU in Sicht, längerer deutscher Lockdown, Verdoppeln durch Teilen in Amerika: Der Corona-Überblick.

Der Ausschuss für Humanarzneimittel der Europäischen Arzneimittelagentur EMA befasst sich am heutigen Montag mit der Sicherheit und Wirksamkeit des Covid-19-Impfstoffs des US-Herstellers Moderna. Sollte bei dem Treffen eine Entscheidung zur Zulassung fallen, werde dies “so schnell wie möglich kommuniziert”, teilte die EMA per E-Mail mit. Für den Fall, dass es am Montag keine Entscheidung gibt, halte die Agentur an dem bereits geplanten Treffen am Mittwoch fest, hieß es. Die EU hat vorab bereits 80 Millionen Dosen des Impfstoffs geordert. Das Serum wäre das zweite, dass in der EU zur Impfung gegen Covid-19 zugelassen wird, nach dem Vakzin von Pfizer und BioNTech.

Bund und Länder haben sich nach Informationen der Bild-Zeitung darauf geeinigt, dass der Lockdown in Deutschland bis zum 31. Januar verlängert werden soll. Die Zeitung nannte keine Quellen. Die endgültige Entscheidung werde am morgigen Dienstag getroffen, so das Blatt.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer sprach sich für eine Verlängerung der Maßnahmen einschließlich der weiteren Schließung von Schulen und Kindergärten aus. Ein “Jojo-Effekt ist aus meiner Sicht viel schlimmer, als wenn wir jetzt eine gewisse Zeitlang Nerven behalten, konsequent bleiben”, sagte er im ARD Morgenmagazin. “Geöffnete Geschäfte, geöffnete Schulen bedeuten so viel Bewegung, so viele Möglichkeiten gegenseitig sich anzustecken”, erklärte der Politiker.

In Großbritannien haben am heutigen Montag Impfungen mit dem Covid-19-Impfstoff von AstraZeneca und der Universität Oxford begonnen. Die britische Aufsicht hatte das Mittel vergangene Woche zugelassen, nachdem das Serum von Pfizer und BioNTech bereits Anfang Dezember die Freigabe erhalten hatte. Mehr als 500.000 Astra-Dosen seien bereits verfügbar und würden an die Kliniken ausgeliefert, teilte das Gesundheitsministerium mit.

Vertreter der “Operation Warp Speed”, dem Programm zu Beschleunigung der Corona-Impfungen in den USA, haben den Pharmakonzern Moderna und die Arzneimittelaufsicht FDA aufgefordert, beim Moderna-Corona-Impfstoff die Dosis für Personen zwischen 18 und 55 Jahren zu halbieren. Es habe sich herausgestellt, dass die halbe Dosierung dieselbe Immunreaktion hervorrufe, sagte Moncef Slaoui, der Chefwissenschaftler von Warp Speed, dem Fernsehsender CBS. Mit der geringeren Dosis könnte die verfügbare Zahl von Dosen für diese Altersgruppe bei gleichem Schutzniveau verdoppelt werden, sagte Slaoui.

Angesichts von Rekordständen bei den Corona-Infektionen erwägt Japan die Ausrufung des Notstands in der Hauptstadt Tokio. Die Regierung werde noch einen Expertenrat konsultieren, bevor sie eine solche Maßnahme verkünde, sagte Premier Yoshihide Suga am Montag auf einer Pressekonferenz. Er machte keine Angaben, wann ein Notstand beginnen und wie lange er dauern könnte. “In Tokio und den drei benachbarten Präfekturen ist die Zahl der Infektionen seit Neujahr nicht zurückgegangen und liegt auf einem extrem hohen Niveau”, sagte Suga. “Wir nehmen die Situation sehr ernst und glauben, dass eine stärkere Reaktion notwendig ist.”

Deutschland hat nach Angaben der Johns Hopkins Universität vom Montagmorgen für die zurückliegenden 24 Stunden 10.356 Neuinfektionen mit dem neuartigen Coronavirus und 304 Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 gemeldet.

Seit Beginn der Pandemie wurde das Virus in der Bundesrepublik damit bei insgesamt 1.783.896 Personen festgestellt. Die Gesamtzahl der Todesfälle lag bei 34.791.

Laut Robert Koch Institut am Vorabend lag die Reproduktionszahl, der sogenannte 4-Tage-R-Wert, bei 1,11, gegenüber 1,15 am Vortag. Das R-Maß gibt an, wie viele weitere Menschen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt; die Zahl sollte unter 1,0 liegen, um eine exponentielle Ausbreitung zu verhindern, die das Gesundheitssystem überfordern könnte.

(Ergänzt um EMA im 2. Absatz)

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