Merck & Co stoppt Impfstoffprogramm; Frankreich droht Lockdown

David Verbeek
·Lesedauer: 3 Min.

(Bloomberg) -- Merck & Co gibt auf, Frankreich vor Lockdown, Briten wollen Grenzen sichern: Der Corona-Überblick.

Der US-Pharmakonzern Merck & Co hat die Weiterentwicklung seiner beiden Covid-19-Impfstoffkandidaten aufgegeben, nachdem deren Wirksamkeit hinter der anderer Impfstoffe zurückgeblieben war. Sowohl Impfungen mit V590 als auch mit V591 erzeugten weniger Antikörper als andere Seren und riefen eine schwächere Immunreaktion hervor als bei Menschen, die sich auf natürlichem Weg mit dem Coronavirus angesteckt hatten. Die Ergebnisse seien “enttäuschend, und ein bisschen überraschend”, sagte Nick Kartsonis, zuständig für klinische Forschung für Infektionskrankheiten bei Merck Research Laboratories.

In Frankreich droht nach Informationen des Journal du Dimanche kurzfristig ein neuer Lockdown. Der Schritt könne “binnen Tagen” erfolgen, aufgrund von Bedenken, dass die zuerst in Großbritannien entdeckte ansteckendere Virusvariante die Ansteckungsdynamik außer Kontrolle geraten lassen könnte, berichtet die Zeitung, ohne Quellen zu nennen. Demnach könnte Präsident Emmanuel Macron die Maßnahme bereits Mittwochabend verkünden, und der Lockdown könnte noch in dieser Woche beginnen und drei Wochen dauern.

Um das Einschleppen neuer Coronavirus-Stämme zu verhindern, erwägt die britische Regierung verschärfte Grenzkontrollen. “Diese neuen Varianten können uns einen wirklichen Rückschlag bescheren, und wir müssen uns davor schützen, dass sie hereinkommen”, sagte Gesundheitsminister Matt Hancock dem Sender Sky News. Im Gespräch seien unter anderem Quarantäne für Einreisende und Einreisesperren für Inhaber bestimmter Pässe, berichtete die Sunday Times, ohne Quellen zu nennen.

Kanzleramtsminister Helge Braun hat vor ansteckenderen Varianten des Coronavirus gewarnt und eine konsequente Eindämmung gefordert. Die “Mutante” werde “irgendwann, so wie in anderen Ländern auch, die Führung übernehmen und wird Probleme machen”, erklärte er am Sonntag in der ARD-Sendung “Anne Will”. “Da bin ich sehr sicher.” Deshalb sei es jetzt wichtig, Kurs zu halten und die Zahlen “sehr stark” zu senken.

Derweil ist bekannt geworden, dass die Bundesregierung Angriffe von Coronavirus-Skeptikern auf Impfeinrichtungen fürchtet. Wegen des großen Medieninteresses und der hohen Emotionalität bestehe die Gefahr von physischen oder Cyberangriffen auf Impfzentren, Transportfirmen oder Hersteller, schrieb das Bundesinnenministerium in einem Bericht, in den Bloomberg Einsicht hatte. Das Papier ist eine Erwiderung auf eine Anfrage von Abgeordneten der Grünen.

Deutschland hat nach Angaben der Johns Hopkins Universität vom Montagmorgen für die zurückliegenden 24 Stunden 10.078 Neuinfektionen mit dem Coronavirus und 423 Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 gemeldet.

Seit Beginn der Pandemie wurde das Virus in der Bundesrepublik damit bei insgesamt 2.147.769 Personen nachgewiesen. Die Gesamtzahl der Todesfälle lag bei 52.296.

Laut Robert Koch Institut am Vorabend lag die Reproduktionszahl - der sogenannte 4-Tage-R-Wert - bei 1,13, gg 1,01 am Vortag. Das R-Maß gibt an, wie viele weitere Menschen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt; die Zahl sollte unter 1,0 liegen, um eine exponentielle Ausbreitung zu verhindern, die das Gesundheitssystem überfordern könnte.

(Durchgehend überarbeitet und ergänzt)

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