Corona-Lage in Österreich ‘dramatisch’; USA in Lockdown-Gefahr

David Verbeek
·Lesedauer: 2 Min.

(Bloomberg) -- Österreichs Gesundheitsminister warnt vor kritischer Lage, die Pandemiedynamik in den USA bricht Rekorde, Kliniken in Frankreich immer stärker belastet: Der Corona-Überblick.

Als erstes Land der Welt haben die USA die Marke von 100.000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden überschritten. Wenn das Tempo weitergeht, drohten Lockdowns noch vor Thanksgiving Ende November, schrieb Height-Analyst Hunter Hammond in einer Note. Seinen Schätzungen zufolge dürften die amerikanischen Kliniken Mitte des Monats ihre Belastungsgrenze erreichen.

Frankreich befinde sich mitten in einer “brutalen” zweiten Pandemiewelle, sagte Gesundheitsminister Olivier Veran. Sollten die Lockdown-Vorschriften nicht hinreichend respektiert werden, werde sie heftiger ausfallen und länger dauern als die erste Welle, mahnte er. Frankreich meldete zuletzt eine Rekordzahl von mehr als 58.000 Neuansteckungen. Die Zahl der Intensivpatienten werde steigen, sagte Veran. Derzeit sind über 85% der Intensivbetten mit Covid-19-Patienten belegt.

Österreich hatte zuletzt mit 72 eine Rekordzahl an Covid-19-Toten binnen 24 Stunden zu beklagen. Die Lage sei “dramatisch”, sagte Gesundheitsminister Rudolf Anschober. Krankenhauseinweisungen und Intensivbehandlungen erreichten neue Höchststände. Die jüngst verhängten Lockdown-Maßnahmen haben noch keine wesentliche Entspannung gebracht, die Zahl der Neuinfektionen wurde am Freitag mit 6.464 angegeben. Weitere Beschränkungen sind aber derzeit nicht geplant.

Russland meldete erstmals mehr als 20.000 Neuinfektionen an einem Tag, davon zwei Drittel außerhalb Moskaus. In mindestens 16 Regionen des Landes droht eine Überlastung der Krankenhäuser mit Covid-19-Patienten.

Nach Angaben der Johns Hopkins Universität vom Freitagmorgen wurden in den zurückliegenden 24 Stunden in Deutschland 22.561 Personen neu mit dem Coronavirus diagnostiziert. Seit Beginn der Pandemie wurde das Virus in der Bundesrepublik damit bei insgesamt 631.172 Personen festgestellt.

Im Zusammenhang mit Corona gab es weitere 161 Todesfälle; die Gesamtzahl stieg damit auf 11.110.

Laut Robert Koch Institut am Vorabend lag die Reproduktionszahl, der sogenannte 4-Tage-R-Wert bei 0,79, nach 0,81 am Vortag.

Das R-Maß gibt an, wie viele weitere Menschen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt; die Zahl sollte unter 1,0 liegen, um eine exponentielle Ausbreitung zu verhindern, die das Gesundheitssystem überfordern könnte.

(Ergänzt um Österreich im 4. Absatz)

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