Neuinfektionsrekord in den USA; Polen will Notkliniken bauen

David Verbeek
·Lesedauer: 2 Min.

(Bloomberg) -- Die USA erreichen wenige Tage vor der Präsidentschaftswahl einen Rekord bei den Corona-Neuinfektionen, Polen will Notkliniken bauen, und Großbritannien macht Tempo bei der Impfstoffzulassung: Der Corona-Überblick.

Der Impfstoff, den der US-Konzern Pfizer Inc. und die deutsche BioNTech SE gemeinsam entwickeln, und der Impfstoffkandidat der britischen AstraZeneca Plc befinden sich informierten Kreisen zufolge in einer beschleunigten Prüfung durch die britische Zulassungsbehörde. Damit könnte Großbritannien noch vor der Europäischen Union einen Impfstoff zulassen. Beide Mittel könnten noch in diesem Jahr die Freigabe erhalten. Pfizer erwartet, im November Daten vorzulegen und kurz darauf eine Notfallzulassung in den USA zu beantragen.

Die Schweizer Lonza und AstraZeneca haben eine Vereinbarung über die Herstellung einer Wirkstoffkombination für die Prävention und Behandlung von Covid-19 getroffen. Das Mittel AZD7442 befindet sich laut Mitteilung vom Freitag in klinischen Phase-1-Studien, und der britische Pharmakonzern plant die Überführung in Phase-3-Studien in den kommenden Wochen. Lonza wird in seinen amerikanischen Werken Substanzen für AZD7442 herstellen. Die Produktion soll im ersten Halbjahr 2021 beginnen.

Das polnische Gesundheitssystem sei “am Limit”, sagte Michal Dworczyk, Stabschef im Büro des Ministerpräsidenten, in einem Radiointerview. Regierungschef Mateusz Morawiecki hat staatliche Firmen aufgefordert, provisorische Krankenhäuser zu bauen, um mehr als 3.000 weitere Betten für Covid-19-Patienten zur Verfügung zu stellen. Für den heutigen Freitag wird die Verkündung weiterer Pandemie-Beschränkungen erwartet.

In den USA werde die Rückkehr der Gesellschaft zur Normalität mindestens bis Ende 2021 dauern, selbst wenn ein wirksamer Impfstoff auf den Markt komme, sagte der US-Virologe Anthony Fauci auf einem Facebook-Event. Mit 89.000 Fällen haben die US-Neuinfektionen zuletzt einen neuen Rekord erreicht.

In Deutschland wurden ach Angaben der Johns Hopkins Universität vom Freitagmorgen in den zurückliegenden 24 Stunden 19.409 Personen neu mit dem Coronavirus diagnostiziert, nach über 23.000 am Vortag. Seit Beginn der Pandemie wurde das Virus in der Bundesrepublik damit bei insgesamt 506.381 Personen festgestellt. Im Zusammenhang mit Corona gab es 52 weitere Todesfälle; die Gesamtzahl stieg damit auf 10.333.

Laut Robert Koch Institut am Vorabend lag die Reproduktionszahl, der sogenannte 4-Tage-R-Wert, bei 0,97, nach 1,03 am Vortag. Der 7-Tage-Wert, der Schwankungen stärker ausgleicht, wurde mit 1,17 angegeben

Das R-Maß gibt an, wie viele weitere Menschen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt; die Zahl sollte unter 1,0 liegen, um eine exponentielle Ausbreitung zu verhindern, die das Gesundheitssystem überfordern könnte.

(Ergänzt um Lonza/AstraZeneca im 3. Absatz)

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