Deutschland wegen Schwarzarbeit an Botschaft in Paris verurteilt

Wegen Schwarzarbeit an der Deutschen Botschaft in Paris ist die Bundesrepublik zur Zahlung von rund 15.000 Euro verurteilt worden. Das Arbeitsgericht in Paris sprach einem früheren Mitarbeiter der Botschaft die Summe als Entschädigung zu, wie die Nachrichtenagentur AFP am Dienstag aus verschiedenen Quellen erfuhr. Sein Anwalt kündigte Rechtsmittel gegen das Urteil an. Der Kläger hatte insgesamt 220.000 Euro verlangt.

Der deutsche Staat soll dem früheren Oberkellner der Botschafterresidenz in Paris nach dem Urteil 14.694 Euro Entschädigung zahlen sowie 700 Euro Gerichtskosten ersetzen. Er verlangte das Geld wegen ungerechtfertigter Entlassung im Frühjahr 2016 sowie für nicht bezahlte Überstunden und schwarz geleistete Arbeit. Das Gericht hielt aber nur den letzten Tatbestand für erwiesen.

Die Anwältin der deutschen Botschaft hatte in dem Prozess Barzahlungen an Mitarbeiter eingeräumt. Es habe sich aber nur um "geringfügige Beträge" gehandelt. Zudem habe der neue deutsche Botschafter Nikolaus Meyer-Landrut die Praxis 2016 "unverzüglich" beendet.

Nach einem Bericht der Zeitung "Le Monde" sollen dem französischen Fiskus und den Sozialkassen mehrere hunderttausend Euro entgangen sein. Die "Schwarze Kasse" an der Deutschen Botschaft soll demnach von 2007 bis 2015 bestanden haben. Das Auswärtige Amt in Berlin hatte eine Überprüfung der Vorgänge angekündigt.