Deutsche Banker so wenig krank wie kaum ein anderer Berufsstand

Stephan Kahl
·Lesedauer: 1 Min.

(Bloomberg) -- In Deutschland sind die Beschäftigten im Kreditgewerbe so selten krank wie kaum ein anderer Berufsstand. Zu diesem Ergebnis kommt der Gesundheitsreport 2020 des Arbeitgeberverbands des privaten Bankgewerbes.

Demnach gab es 2019 - also vor dem Start der Coronakrise - im Kreditgewerbe durchschnittlich 14,6 Arbeitsunfähigkeits-Tage pro Kopf. Das entspreche einem Krankenstand von 4%. In der gesamten Wirtschaft lag der Wert bei etwa 19,8 Tagen, besonders hoch war er in der Abfallbranche mit 27,3 Tagen.

Der AGV Banken - in dem unter anderem die Deutsche Bank AG und die Commerzbank AG organisiert sind - beruft sich auf eine Sonderauswertung des Dachverbands der Betriebskrankenkassen, bei denen besonders viele Beschäftigte aus dem Kreditgewerbe versichert seien. Unter die Lupe genommen wurden rund 20 Branchen.

Bei den Diagnosen im Kreditgewerbe stehen Atemwegserkrankungen an erster Stelle, gefolgt von Muskel-Skelett-Krankheiten, Infektionen und Krankheiten des Verdauungssystems, heißt es in der Studie weiter.

Psychische Störungen und Verhaltensstörungen würden mit 6,4% an fünfter Stelle liegen. “Die Diagnosehäufigkeit bei psychischen und Verhaltensstörungen bewegt sich auf dem Niveau der Gesamtwirtschaft und ist damit unauffällig”, urteilt der AGV Banken.

Mit Blick auf das laufende Jahr stellte der Verband fest, dass sich unmittelbar coronabedingte Arbeitsunfähigkeiten kaum auf den Krankenstand ausgewirkt hätten. Allerdings sei im März ein kurzer Anstieg bei den Erkrankungen der Atemwege zu beobachten gewesen. Als Grund nannte der AGV “eine höhere Sensibilisierung der Beschäftigten, bereits bei leichten Erkältungssymptomen nicht zur Arbeit zu gehen”.

(Ergänzt um Corona-bedingte Entwicklungen im letzten Absatz)

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