Deutsche Bank zahlt Ex-Investmentbanker Colin Fan sechs Millionen Dollar


Die Deutsche Bank zahlt dem ehemaligen Manager Colin Fan rund sechs Millionen Dollar. Fan war Co-Chef des Investmentbankings der Deutschen Bank. Doch im November 2015 musste er die Bank verlassen. Auch, weil das Frankfurter Geldhaus ihm vorwarf, sich mit unlauteren Geschäften um neun Millionen Dollar bereichert zu haben.

Deshalb strich ihm die Bank noch nicht ausbezahlte Boni im Wert von 13 Millionen Dollar. Fan beharrte in der Folge darauf, sich bei seinen Geschäften an alle Regeln gehalten zu haben – und klagte.

Nach Informationen aus Finanzkreisen einigten sich die beiden Kontrahenten jetzt auf eine Zahlung von sechs Millionen Dollar an den Ex-Banker. Über den Vergleich hatte zuerst das „Wall Street Journal“ berichtet. Die Bank wollte die Einigung mit Fan nicht kommentieren.


Die Klage ist eine der Nachwehen aus der Ära, als die Investmentbanker unter dem damaligen Vorstandschef Anshu Jain die Bank dominierten. Die Vorgeschichte beginnt unmittelbar nach der Finanzkrise 2009: Fan war Chef des globalen Kredithandels der Bank. Das Frankfurter Geldhaus versuchte damals, sich der Risiken zu entledigen, die durch eine Transaktion mit einem großen Versicherungskonzern in den Büchern standen.

Das Team um Investmentbanker Fan soll einen eigenen Hedgefonds gegründet haben, um den Großteil der riskanten Geschäfte mit dem Versicherungskonzern selbst zu übernehmen. Nach einer internen Untersuchung kam die Bank allerdings zum Schluss, dass sich die Mitarbeiter durch diese Strategie überhöhte Auszahlungen gesichert haben, die der Bank schadeten – den Bankern selbst aber Millionen einbrachten.

Inzwischen hat Fan beim japanischen Technologiekonzern Softbank angeheuert. In der Deutschen Bank war er zu einer gewissen Berühmtheit gelangt, als er sich 2014 in einem internen Video als Vorkämpfer für einen Kulturwandel inszenierte.

„Um es klar zu sagen: Unser Ruf bedeutet alles. Zu prahlen, indiskret oder vulgär zu sein ist nicht in Ordnung. Jede Kommunikation, die auch nur ansatzweise als unprofessionell angesehen werden könnte, hört auf. Jetzt sofort“, sprach er damals in die Kameras. Das war allerdings, bevor die dubiosen Deals ans Licht kamen.