Deutsche Bank nach Zahlen unter Druck – Aktie ausgestoppt!

Nikolas Kessler
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Deutsche Bank und Commerzbank unter Druck: Was ist da los?

Die Deutsche Bank hat am Freitagmorgen wie erwartet den dritten Jahresverlust in Folge gemeldet. Zwar fällt das Minus mit einer halben Milliarde Euro deutlich geringer als in den Vorjahren aus und liegt im Rahmen der Analystenschätzungen, die Aktie ist aber dennoch stark unter Druck.

Mitschuld an der Misere trägt auch US-Präsident Trump: „Nur durch die Belastungen der US-Steuerreform zum Jahresende haben wir nach Steuern einen Verlust verbuchen müssen", erklärte Bankchef John Cryan. Ohne negative Einmaleffekte der Steuerreform hätte der Jahresgewinn nach Steuern etwa 900 Millionen Euro betragen, wie das Institut mitteilte. Insgesamt hat die Deutsche Bank für das Gesamtjahr einen Vorsteuergewinn von 1,3 Milliarden Euro ausgewiesen.

Geprägt sei Ergebnis allerdings auch von einem ungünstigen Ertragsumfeld an den Kapitalmärkten. Das wichtige Handelsgeschäft mit Anleihen und Währungen ging im Schlussquartal um 29 Prozent zurück, der Aktienhandel um 25 Prozent. Als Grund gelten die geringen Schwankungen an den Finanzmärkten, die sich bei der Deutschen Bank allerdings stärker bemerkbar machen als bei vielen Konkurrenten. Zusätzlich hätten auch das niedrige Zinsumfeld sowie Verkäufe von Tochtergesellschaften und Beteiligungen die Erträge im Gesamtjahr um rund zwölf Prozent auf 26,4 Milliarden Euro gedrückt.

Cryan nicht zufrieden – und angezählt

Cryan gab sich trotzdem vorsichtig optimistisch: „2017 haben wir den ersten Vorsteuergewinn seit drei Jahren verzeichnet - und das trotz eines schwierigen Marktumfeldes, niedriger Zinsen sowie weiterer Investitionen in Technologie und Kontrollsysteme.“ Die Bank sei auf einem guten Weg zu nachhaltigem Wachstum und einer höheren Rendite.

Der Zusammenschluss mit der Postbank und der Teilbörsengang der Vermögensverwaltung DWS kämen gut voran. „Wir haben also Fortschritte gemacht, sind aber mit unseren Ergebnissen noch nicht zufrieden.“ Die Zweifel, ob Cryan noch der richtige Mann an der Spitze von Deutschlands größtem Geldhaus ist, werden durch die Bilanz aber nicht ausgeräumt.

Aktie ausgestoppt!

Obwohl die Deutsche Bank ihre Aktionäre bereits Anfang Januar über die drohenden Verluste in Kenntnis gesetzt hatte, verliert die Aktie am Freitag erneut deutlich und ist der klare Verlierer im DAX. Da zwischenzeitlich der Stoppkurs von 14,50 Euro deutlich unterschritten wurde, sollten Anleger jetzt die Notbremse ziehen und die Position verkaufen.

Deutsche Bank im Video: Aktie unter Druck