Deutsche Bank wirbt schon wieder um Geduld: Und jetzt?

Fabian Strebin
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Deutsche Bank wirbt schon wieder um Geduld: Und jetzt?

Die Deutsche Bank befindet sich in einem tiefgreifenden Umbau. Dabei stehen meist der Teilbörsengang der Fondstochter Deutsche Asset Management und die Wiedereingliederung der Postbank im Fokus. Doch auch die Investmentbanking-Sparte soll effizienter werden. Das könnte länger als gedacht dauern.

Die beiden Chefs des Unternehmensbereichs, Markus Schenk und Garth Ritchie, sagen in einem Interview mit dem Handelsblatt, dass es noch bis zu drei Jahre dauern könne, bis der Umbau in ihrer Sparte vollzogen ist. „Mit ein bisschen Unterstützung von den Märkten werden es eher zwei Jahre sein, wenn die Märkte so träge bleiben wie im Moment, sprechen wir vielleicht eher von drei Jahren“, gibt Ritchie zu bedenken.

Die Privatkundensparte sehen die beiden Vorstände dagegen gut aufgestellt, sofern die Reintegration der Postbank gelingt. Gelänge es, die Effizienz zu verbessern, dann müssten die Erträge dort noch nicht einmal wachsen, um Eigenkapitalrenditen von mehr als zehn Prozent zu erreichen. In den ersten neun Monaten des laufenden Jahres lag die Kennzahl bei 7,3 Prozent. Für die Investmentbankingsparte stellen sie eine Rendite von acht bis zwölf Prozent in Aussicht, wenn die Umbauarbeiten abgeschlossen sind. Von Januar bis September wurde hier ein Werrt von 3,5 Prozent erzielt.

Investoren dürften Druck machen

Die Bitte um mehr Geduld beim Konzernumbau verschreckt die Anleger nicht. Die Aktie der Deutschen Bank nimmt wieder die Marke von 16,00 Euro ins Visier. Es ist auch schwer vorstellbar, dass die Investmentbankingsparte tatsächlich erst in drei Jahren wieder zu alter Stärke zurückfindet. Denn der jüngst eingestiegene US–Investor Cerberus gilt als knallharter Sanierer und dürfte entsprechenden Druck auf das Management ausüben. Deshalb sind weitere Sparprogramme zu erwarten.

Für Kleinanleger ist der Einstieg von Cerberus eine gute Sache. DER AKTIONÄR hat sein Kursziel auf 20,00 Euro erhöht und den Stopp auf 14,50 Euro nachgezogen. Die Aktie ist ein Kauf.