Deutsche Bank warnt vor Bitcoin: 'Extrem schwankungsreich und unreguliert'

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Deutsche Bank warnt vor einer Anlage in den Bitcoin. "Ich bin verblüfft, wie solche Dinge zu einem Hype werden können", sagte Ulrich Stephan, Chef-Anlagestratege für Privat- und Firmenkunden der Deutschen Bank, am Mittwoch in Frankfurt während des Kapitalmarktausblicks 2018. Zwar genössen digitale Zahlungsmittel aktuell große mediale Aufmerksamkeit, zugleich warnte Stephan jedoch vor den "enormen Schwankungen", denen etwa der Bitcoin unterliege. Auch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht Bafin habe vor dem Bitcoin gewarnt, und die Notenbanken diskutierten intensiv, da es bislang keinerlei regulatorischen Rahmen gebe.

Auch wenn der Bitcoin von der Deutschen Bank genau beobachtet werde, "raten wir von einem Engagement dringend ab", sagte der Deutsche-Bank-Experte.

Erst zu Wochenbeginn war die weltweit bekannteste Digitalwährung auf einen Höchststand über 8200 US-Dollar gestiegen. Die Rekordjagd wurde nach Einschätzung von Marktbeobachtern vor allem von der Aussicht angetrieben, dass die Digitalwährung künftig an der weltgrößten Terminbörse für Finanzderivate CME in Chicago gehandelt werden kann. Die CME erwägt derzeit, einen solchen Kontrakt noch in diesem Jahr einzuführen. An diesem Mittwoch berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg zudem unter Berufung auf einen Insider, dass die US-Bank JPMorgan ihren Kunden beim Kauf eines vom Bitcoin abgeleiteten Finanzprodukts unter die Arme greifen könnte. Zurzeit werde die Kundennachfrage und die mit dem Produkt verbundenen Risiken ausgelotet, hieß es.

Anders als herkömmliche Währungen werden digitale Währungen, auch Kryptowährungen genannt, nicht von Zentralbanken und Regierungen kontrolliert. Befürworter schätzen die Freiheit und Anonymität, Kritiker warnen vor Missbrauch, etwa zur Finanzierung krimineller Handlungen.