Deutsche-Bank-Blitzdeal vermeidet Archegos-Desaster: Kreise

Steven Arons, Erik Schatzker und Donal Griffin
·Lesedauer: 2 Min.

(Bloomberg) -- Während der Kollaps von Archegos Capital Management einige Banken Milliardensummen kosten dürfte, kam die Deutsche Bank AG durch einen am Freitag eingefädelten Deal gerade noch davon. Informierten Kreisen zufolge stießen die Frankfurter Wertpapierbestände im Volumen von rund 4 Milliarden Dollar (3,4 Milliarden Euro) ab, nachdem das Family Office von Bill Hwang Nachschussforderungen nicht hatte nachkommen können.

Zu den Käufern gehörte, wie zu hören war, Marshall Wace, einer von Europas größten Hedgefondsgesellschaften. Wer sonst bei den Papieren zugriff, war bislang nicht zu erfahren. Zum Zeitpunkt des Deals bauten andere Banken, die Archegos bei gehebelten Wetten am Aktienmarkt geholfen hatten, bereits eilig Positionen ab. Sprecher von Deutscher Bank und Marshall Wace lehnten Stellungnahmen ab.

Einschließlich des 4-Milliarden-Dollar-Deals der Deutschen Bank beträgt das Volumen der bekannten Positionen, die im Zuge des Archegos-Kollaps liquidiert wurden, nun fast 30 Milliarden Dollar. Hwangs Firma zerbröselte vergangene Woche in einem der größten Margin Calls der Börsengeschichte.

Wie berichtet, ging den Panikverkäufen ein Versuch der Credit Suisse Group AG voran, unter den Banken von Archegos eine Art Stillhalteabkommen auszuhandeln und einen geordneten Abbau zu ermöglichen. Daraus wurde letztlich aber nichts und es kam zu Paketverkäufen, die öffentlich bekannt wurden und zu einen Ausverkauf eskalierten.

Um an Archegos verliehene Gelder zurückzubekommen, stießen Goldman Sachs Group Inc, Morgan Stanley und Wells Fargo & Co. Aktienpakete im Wert von vielen Milliarden Dollar ab - in einigen Fällen bis ins Wochenende hinein. Die Deutsche Bank hatte bereits zuvor gesagt, dass sie ihr Archegos-Risiko erheblich reduzieren konnte und aus den Geschäften keine Verluste erwartet.

Es ist bereits das zweite Mal in weniger als einem Jahr, dass die Deutsche Bank einen derartigen potenziellen Verlust vermeiden kann. Auch aus der Wirecard-Affäre gingen die Frankfurter einigermaßen unbeschädigt hervor, da sie ihr Risiko rechtzeitig reduziert oder gehedgt hatte.

Credit Suisse indessen rechnet mit Belastungen in Milliardenhöhe, wie aus informierten Kreisen zu hören ist. Nomura Holdings Inc. hat potenzielle Einbußen von bis zu 2 Milliarden Dollar signalisiert. Analysten von JPMorgan Chase & Co. schätzen, dass der Zusammenbruch von Archegos den Banken Gesamtverluste von bis zu 10 Milliarden Dollar bescheren könnte.

Die Aktien der Credit Suisse fielen diese Woche um 18% und handelten am Donnerstag um 9:43 Uhr in Zürich bei 10,20 Franken. Für die Titel der Deutschen Bank ging es 1,8% bergab, sie stiegen am Donnerstag leicht auf 10,30 Euro.

Überschrift des Artikels im Original:Deutsche Bank Dodged $4 Billion Archegos Hit With Quick Sale (1)

(Neu: Wirecard-Vergleich, Aktienkurs aktualisiert)

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