Deutsche Bank soll US-Sonderermittler Auskunft zu Trump-Konten geben

dpa-AFX

FRANKFURT/NEW YORK (dpa-AFX) - Die Deutsche Bank soll den US-Behörden einem Zeitungsbericht zufolge Einblick in ihre Geschäftsbeziehungen zum Umfeld von Präsident Donald Trump geben. Eine entsprechende Aufforderung ("Subpoena") des US-Sonderermittlers Robert Mueller, der die Einflussnahme Russlands und mögliche Absprachen mit der Trump-Kampagne im US-Wahlkampf untersucht, sei schon vor einigen Wochen bei der Deutschen Bank eingegangen. Das berichtete das "Handelsblatt" (Dienstag) unter Berufung auf informierte Kreise. Ein Sprecher der Bank wollte sich auf Nachfrage nicht dazu äußern.

Im Juli hatte es bereits Berichte gegeben, wonach ein solcher Vorstoß Muellers bevorstehe. Die Deutsche Bank steht nicht selbst im Zentrum der Ermittlungen, es geht um ihre Beziehungen zu Trump und dessen Umfeld. Vor der Präsidentschaft hatte Trump als Immobilien-Mogul in größerem Stil Geschäfte mit dem Geldhaus gemacht. US-Demokraten fordern schon länger Klarheit über Konten und Kredite im Wert von mehr als 300 Millionen Dollar, die die Bank ihm gewährte. Bislang lehnte das Institut dies jedoch mit Verweis auf das Bankgeheimnis ab.

Ob Mueller die Herausgabe von Kontounterlagen des US-Präsidenten selbst oder seines Umfelds forderte, ist dem "Handelsblatt"-Bericht nach unklar. Neben Trump zählten auch seine Frau Melania, seine Tochter Ivanka und Schwiegersohn Jared Kushner zu den Kunden der Vermögensverwaltung des Instituts. Die US-Demokraten verlangen auch interne Informationen wegen eines russischen Schwarzgeld-Skandals der Deutschen Bank. Die Abgeordneten wollen etwa wissen, ob Trumps Kredite von russischen Geldgebern abgesichert wurden.