Corona-Antragsflut bei Banken: ‘Telefone stehen nicht still’

Stephan Kahl und Steven Arons

(Bloomberg) -- Deutsche Kreditinstitute wie die Sparkasse Köln Bonn und die Deutsche Bank AG werden derzeit mit Anfragen und Anträgen von Unternehmen zu staatlich besicherten Krediten aufgrund der Coronavirus-Krise überschwemmt. Mehrere Banken haben bereits am Montag mit der Auszahlung von Geldern begonnen, wie sie am Dienstag und Mittwoch in einer Umfrage von Bloomberg erklärten. Hier einige der Antworten in der Übersicht.

Landesbank Baden-Württemberg:

“Seit Beginn der Woche haben wir vor dem Hintergrund des Corona-Virus mehr als 800 Anfragen mit Blick auf staatliche Fördermittel erhalten sowie über 200 konkrete Anfragen wegen der KfW-Kredite. Dementsprechend gehen wir davon aus, dass wir in den nächsten Tagen zahlreiche Anträge von unseren Kunden erhalten werden.”

Sparkasse Köln Bonn:

“Wir haben in der vergangenen Woche ein Sofortprogramm für Firmenkunden aufgesetzt, das sehr stark nachgefragt wird. Erste Kreditzahlungen an Firmenkunden laufen seit Montag. Wir zählten bereits am ersten Tag weit über 2000 Registrierungen für unser Kreditprogramm für Firmenkunden. Aktuell sind über 400 Anträge auf Liquidität bei unseren Beratern eingetroffen.”

Deutsche Bank:

“Bereits am ersten Tag des Hilfsprogramms haben wir mehr als 5300 Corona-basierte Anfragen erhalten mit mehr als 300 konkreten Kreditanfragen. Die ersten Förderkredite sind bereits bewilligt und werden voraussichtlich noch diese Woche ausgezahlt.”

HypoVereinsbank:

“Wir verzeichnen derzeit eine sehr hohe Nachfrage nach den KfW-Förderkrediten – quer durch alle Branchen. Wir haben uns schon seit einigen Wochen auf ein hohes Antragsvolumen vorbereitet. Technisch ist die Auszahlung durch die KfW spätestens ab dem 14. April möglich. In dringenden Fällen können wir dank der Vorab-Zusagen der KfW Kredite über eine bankeigene Zwischenfinanzierung auch sehr kurzfristig oder unmittelbar nach der Zusage auszahlen.”

Hamburger Sparkasse:

“Bei der Haspa stehen die Telefone nicht still. Bei vielen Unternehmen stehen zum Monatswechsel Gehalts- und Mietzahlungen an, so dass akute Liquiditätsengpässe drohen. In den meisten Fällen reicht es zunächst aus, die vorhandenen Kreditlinien auszuschöpfen und Tilgungen auszusetzen. Dafür hält die Haspa alle zugesagten Kreditlinien unverändert offen und setzt Tilgungen unbürokratisch bis zu sechs Monate lang aus.Die Anfragen nach Fördermitteln steigen von Minute zu Minute. Seit Montagmorgen wurden bereits mehrere tausend Antragsformulare abgefordert.”

Commerzbank:

“Wir haben bereits jetzt Finanzierungsanfragen von Firmen- und Unternehmerkunden im hohen vierstelligen Bereich erhalten. Gut ein Drittel dieser Anfragen erfüllt die Kriterien des KfW-Programms. Die Bank arbeitet aktuell mit Hochdruck daran, die Vielzahl von Anträgen zeitnah zu prüfen und hat bereits erste Anträge positiv genehmigt. Diese werden in dieser Woche an die KfW sowie andere Förderinstitute weitergeleitet.” Außerdem habe die Bank 700 Millionen Euro bereitgestellt, die sie an bestehende Kunden im Inland vergeben könne, um deren kurzfristigen Liquiditätsbedarf zu decken.

Deutscher Sparkassen- und Giroverband:

“Die deutschen Sparkassen stellen am ersten Tag der Corona-Förderprogramme ein sehr hohes Aufkommen an Informationswünschen und Beratungsbedarfen betroffener Unternehmen fest. Bisher sind keinerlei Verzögerungen im Bearbeitungsablauf erkennbar. In besonders dringlichen Fällen sind Sparkassen bereits für Förderinstitute in Vorleistung getreten und haben unmittelbar Förderkredite ausgezahlt, obwohl ihr die entsprechenden Deckungsmittel von der KfW erst zeitverzögert zur Verfügung gestellt werden.”

Bundesverband der Deutschen Volksbanken:

“Wir wissen von unseren Banken, dass viele Firmenkunden im Moment Hilfe suchen und auch Anträge für KfW-Kredite stellen. Diese werden in den Banken geprüft und frühestens in zwei bis drei Tagen bewilligt.”

Helaba/Frankfurter Sparkasse:

“Während die Beratung von Privatkunden spürbar zurückgegangen ist beziehungsweise sich stärker in den Online-Chat oder auf das Telefon verlagert, nimmt der Beratungsbedarf bei den gewerblichen Kunden fast sprunghaft zu. Allein die Frankfurter Sparkasse ist in den letzten 4 Wochen von rund 15.000 Gewerbekunden zum Thema Corona, zu eventuellen Folgen und Hilfen kontaktiert worden.”

(Ergänzt um Helaba im letzten Absatz)

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