Deutsche Bank spannt Anleger bei Dividende auf die Folter

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Investoren der Deutschen Bank müssen sich in Sachen Dividende in Geduld üben. Darüber werde im März entschieden, sagte Bankchef John Cryan am Freitag bei der Bilanzvorlage in Frankfurt. Er merkte aber an, ein Unternehmen müsse Gewinne machen, um sie zu verteilen.

Die Deutsche Bank hat im vergangenen Jahr den dritten Jahresverlust in Folge verbucht, wenngleich mit einer halben Milliarde Euro in geringerem Umfang als zuvor. Hauptgrund waren Bilanzeffekte durch die US-Steuerreform. Vor Steuern verdiente die Deutsche Bank 1,3 Milliarden Euro. Zudem konnte sie ihre harte Kernkapitalquote - ein Ausweis für die Krisenfähigkeit einer Bank - auf 14,0 Prozent steigern.

Ursprünglich hatte die Deutsche Bank geplant, für 2017 eine Dividende von 11 Cent pro Aktie zu zahlen. Das geschah auf Druck von Aktionären, die sich nicht mit einer Nullrunde zufrieden geben wollten. Sie zwangen die Deutsche Bank auch schon für die beiden Vorjahre dazu, die gesetzliche Mindestdividende zu zahlen. Für 2015 und 2016 flossen damit insgesamt 19 Cent je Aktie.

Wegen einer neuen gesetzliche Regelung hatte Bankchef Cryan aber schon im Sommer in Zweifel gezogen, ob es eine Dividende für 2017 geben wird. Eine Null-Dividende sei "nun wieder eine Option für uns", sagte Cryan damals. Für das Jahr 2018 versprach er eine "wettbewerbsfähige Dividende" - hier rechnet er wieder mit Gewinn.