Deutsche Bank: Lieber zu Aldi als in die Filiale

Fabian Strebin
Deutsche Bank: Lieber zu Aldi als in die Filiale

Die Bankenwelt befindet sich derzeit im Umbruch. Hielt früher die Verbindung zur Hausbank länger als so manche Ehe, haben Kunden heute durchschnittlich 2,5 Bankverbindungen. Auch die Digitalisierung setzt der Branche zu: Indes besuchen Konsumenten häufiger den Lebensmittel-Discounter um die Ecke, als ihre nächste Bankfiliale.

Während viele Bürger mehrmals in der Woche im Discounter einkaufen, schauen die meisten in der Bankfiliale nur noch einmal im Quartal vorbei. Die Beratungsfirma Emotion Banking schreibt, dass sieben von zehn Kunden mehr oder weniger ohne Filiale vor Ort auskämen. Ohne direkten Kontakt zu den Kunden wird es jedoch schwierig für die Banken, die Sparer langfristig an sich zu binden.

Dabei spielt auch die Zufriedenheit mit der eigenen Bank eine Rolle. Emotion Banking hat in einer Umfrage unter Bankkunden Themen wie Zufriedenheit und Vertrauen mit der eigenen Bank abgefragt und daraus einen Gesamtscore von im Schnitt 67,8 Prozent errechnet. Auf dem ersten Platz liegen die genossenschaftlichen PDS Banken mit 78,6 Prozent. Den letzten Ränge teilen sich Deutsche Bank und Postbank mit 63,7 beziehungsweise 60,7 Prozent.

Test für Cryan

Nicht nur die Deutsche Bank muss sich um ihre Kunden bemühen. Digitalisierung und harter Wettbewerb setzen allen Finanzinstituten in Deutschland zu. CEO John Cryan muss aber den Imagewandel des Konzerns weiter vorantreiben. Am 26. Oktober kommen die Zahlen zum dritten Quartal. Cryan muss hier überzeugen, denn einigen Großaktionären geht der Konzern-Umbau nicht schnell genug vonstatten.