Deutsche Bank: Die heiße Phase startet

Nikolas Kessler
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Deutsche Bank: Der nächste Bußgeldbescheid

Die Deutsche Bank drückt beim Börsengang ihrer Fondstochter DWS aufs Tempo. Der Schritt solle „im frühestmöglichen Zeitfenster erfolgen“, hieß es am Montagmorgen. Zudem gab es weitere Details zu dem Vorhaben. Der Sprung aufs Parkett könnte wie erwartet noch vor Ostern erfolgen.

Beim IPO sollen ausschließlich Aktien aus dem Bestand der Deutschen Bank verkauft werden - und zwar dem Vernehmen nach ein Viertel der Anteile für rund zwei Milliarden Euro. Insgesamt wird DWS so mit acht Milliarden Euro bewertet.

Der Börsengang wird im geregelten Markt (Prime Standard) der Frankfurter Wertpapierbörse stattfinden. Dies ermöglicht der DWS später den Aufstieg in einen Index der DAX-Familie. Sie gilt schon jetzt als heißer Kandidat für den MDAX.

Wichtiges Etappenziel für Cryan

Deutsche-Bank-Chef John Cryan hatte bereits vor einem Jahr angekündigt, einen Minderheitsanteil von DWS an Investoren abgeben zu wollen. Voraussetzung dafür sei aber, dass die Lage an den Märkten stabil bleibt. Für Cryan wäre ein erfolgreicher Börsengang der Tochter wichtig, damit er bei der Hauptversammlung im Mai nicht mit leeren Händen vor die Aktionäre treten muss – zentrale Elemente des Konzernumbaus, wie die Eingliederung der Postbank oder die Wende im Kapitalmarktgeschäft, lassen nämlich weiter auf sich warten.

Hohe Dividende soll Investoren locken

DWS hieß bis vor kurzem noch Deutsche Asset Management und gilt als einer der Gewinnbringer im Konzern. Sie verwaltet Vermögen von rund 700 Milliarden Euro und verdiente im vergangenen Jahr vor Steuern 725 Millionen Euro. Die künftigen Aktionäre - und auch die Deutsche Bank selbst - sollen daran durch hohe Dividenden teilhaben. Geplant ist eine Ausschüttung von 65 bis 75 Prozent des Nettoergebnisses.

DWS soll jedoch auch nach dem Teilbörsengang eng mit der Mutter verbunden bleiben. Die Deutsche Bank wird auch künftig die Mehrheit der Anteile halten, zudem soll Deutsche-Bank-Rechtsvorstand Karl von Rohr den Vorsitz im Aufsichtsrat übernehmen. Beim Vertrieb und im Backoffice werden Deutsche Bank und DWS auch nach dem IPO zusammenarbeiten.

Aktie halten!

Die Details zum bevorstehenden Börsengang verleihen der Aktie der Deutschen Bank zu Wochenbeginn moderaten Rückenwind. Zwar präsentiert sich das Chartbild nach wie vor schwach, zumindest vom 52-Wochen-Tief von Anfang Februar konnte sich der Kurs wieder etwas nach oben absetzen. Investierte Anleger bleiben dabei.