Deutsche-Bank-Tochter vor Börsengang - So will die Fondssparte punkten

Fabian Strebin
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Deutsche Bank: Jamaika-Aus belastet, aber…

Die Deutsche Bank plant im ersten Quartal des kommenden Jahres den Teilbörsengang der Fondstochter Deutsche Asset Management (DAM). Bis dahin muss aber nicht nur die organisatorische Abspaltung der Tochter von der Mutter erfolgen. Die DAM will auch ihre Marktposition stärken.

In Europa ist der amerikanische Vermögensverwalter Blackrock im wichtigen ETF-Geschäft mit einem Marktanteil von 47,2 Prozent der unangefochtene Platzhirsch. Lyxor und die Deutsche Asset Management kommen jeweils auf 10,2 Prozent. Dabei verzeichnete die DAM im vergangenen Jahr als einziger Anbieter Mittelabflüsse. Neben der großen Unsicherheit rund um die Deutsche Bank trug dazu ein anderer Umstand bei: Der Fondsanbieter setzte entgegen dem Markttrend bis vor kurzem vor allem auf die synthetische Indexnachbildung von ETFs. Kunden verlangen aber zunehmend physisch nachgebildete Fonds. Mittlerweile hat die DAM darauf reagiert und bereits 70 Prozent der Xtrackers-Fonds umgestellt.

Europageschäft soll wachsen

Die weitgehende Umstellung auf die physische Indexnachbildung ist nur eine Baustelle des Fondsanbieters. Simon Klein, Manager bei der Deutschen Asset Management, sagt zur Börsenzeitung: „In Großbritannien haben wir nur halb so viele Assets wie im europäischen Schnitt. Dort sind wir unterproportional vertreten. Deshalb investieren wir in UK, um zu wachsen“.

In Gesamteuropa boomt das Geschäft mit ETFs: Pro Jahr wächst der Markt um 25 Prozent. Klein rechnet damit, dass sich das Volumen von derzeit 579 Milliarden Euro in weniger als drei Jahre sogar verdoppelt. Hiervon will sich die DAM in Zukunft ein größeres Stück abschneiden. Im ersten Halbjahr 2016 legte das verwaltete Vermögen in Indexfonds bereits um ein Zehntel auf 59,2 Milliarden Euro zu.

Börsengang als Chance

Der Börsengang der Deutschen Asset Management rückt näher. Die organisatorische Abspaltung von der Konzernmutter soll bis Herbst diesen Jahres abgeschlossen sein. Nachdem das Geschäft im vergangenen Jahr durch den Hypothekenstreit der Deutschen Bank in den USA gelitten hat, läuft es 2017 wieder deutlich besser.

Die Deutsche Bank sollte mit der DAM zukünftig stärker vom ETF-Boom profitieren. Bei steigenden Zinsen kann auch der Gewinn in der Privatkundensparte, die durch die Reintegration der Postbank verstärkt wird, weiter zulegen.

Die Aktie der Deutschen Bank ist nach wie vor ein Schnäppchen: Das erwartete KGV für 2018 liegt bei nur 10. Mit einem Kurs-Buchwert-Verhältnis von 0,5 ist der Titel klar unterbewertet. Charttechnisch befindet sich die Aktie in einer Dreiecksformation. Wird diese nach oben im Bereich 16,16 Euro durchbrochen, würde ein neues Kaufsignal generiert. DER AKTIONÄR hält die Aktie für einen Kauf und gibt ein Kursziel von 25,00 Euro aus. Anleger sollten bei 12,50 Euro einen Stopp setzen.