Kurs der Deutschen Bank bricht trotz erfolgreichen Börsendebüts von DWS ein

Die Fondstochter der Deutschen Bank, DWS, ist am Freitag im Plus an der Börse gestartet. Der Kurs der Aktie lag kurz nach Öffnung der Börse in Frankfurt am Main bei 32,55 Euro und damit knapp über dem Ausgabepreis von 32,50 Euro

Der Vermögensverwalter DWS der Deutschen Bank ist am Freitag im Plus an der Börse in Frankfurt am Main gestartet. Der Kurs der Aktie lag am frühen Nachmittag bei 32,60 Euro und damit knapp über dem Ausgabepreis von 32,50 Euro. Die Aktie des Mutterkonzerns gab hingegen deutlich nach, zeitweise um mehr als fünf Prozent. Seit Mitte Dezember verlor Deutschlands größtes Geldhaus ein Drittel an Börsenwert.

Beobachter werteten dies als Ausdruck des Misstrauens der Anleger gegen den Reformkurs des Vorstandsvorsitzenden John Cryan. Der Brite kämpft seit 2015 mit einer Restrukturierung des Unternehmens und juristischen Auseinandersetzungen, die teils bis in die Zeit der Finanzkrise zurückreichen. In diesem Umfeld die DWS an die Börse zu bringen, gilt da schon als Meilenstein.

Dabei handelt es sich bei der Fondstochter um Cryans Kronjuwel: Vergangenes Jahr steuerte die DWS mehr als die Hälfte zum Gesamtkonzernüberschuss vor Steuern bei.

Die Deutsche Bank gab insgesamt 44,5 Millionen Aktien und damit knapp 22,3 Prozent ihrer Anteile an der Vermögensverwaltung ab. Mit dem Ausgabepreis von 32,50 Euro wird DWS insgesamt mit rund 6,5 Milliarden Euro bewertet. Dem Mutterkonzern fließen durch das Börsendebüt rund 1,4 Milliarden Euro zu. Ursprünglich erhofft hatte sich die Deutsche Bank aber bis zu 1,8 Milliarden Euro.

Als Großaktionäre konnte die Bank den japanischen Lebensversicherer Nippon Life und die französische Investmentfirma Tikehau Capital gewinnen. Die DWS verwaltet derzeit etwa 700 Milliarden Euro an Kundengeldern und gehört damit im internationalen Vergleich zu den kleineren Firmen. Der größte Konkurrent Blackrock aus den USA hat etwa 5,1 Billionen Euro an Werten im Portfolio stehen.