Deutsche Bank: DWS wird globale Dachmarke

 

Die Fondssparte der Deutschen Bank führt DWS als globale Dachmarke ein und geht an die Börse. Die künftige Rechtsform sichert den Deutsch-Bankern operativen Einfluss, der IPO Milliarden-Zuflüsse.

Das (Shenzhen: 002421.SZ - Nachrichten) globale Asset-Management der Deutschen Bank wird künftig unter der neuer Flagge segeln. Wie die Fondstochter der Deutschen Bank, Deutsche Asset Management, heute bekannt gab, wird die gesamte Bandbreite an Geschäftsbereichen der Vermögensverwaltung ab 2018 unter der globalen Dachmarke DWS operieren. Betroffen sind sowohl das Privatkundensegment als auch das Geschäft mit institutionellen Anlegern, das aktive und passive Fondsgeschäft sowie der Handel mit Alternatives. ETF-Anbieter Xtrackers und die Real-Estate-Sparte RREEF werden als eigenständige Marken beibehalten.

Neuanfang mit neuem (alten) Namen

Nicolas Moreau, Head der Deutschen AM und designierter Geschäftsführer der neuen Dachmarke begründet den Schritt mit der Bekanntheit und dem guten Ruf der DWS. Die DWS habe über 60 Jahre zurückreichende Wurzeln im deutschen Markt und finde weltweit Anklang. Branchenkenner vermuten hinter der Umbenennung weniger sentimentale als vielmehr strategische Gründe. Im vergangenen Jahr hatte die Deutsche AM mit Rekordabflüssen in Milliardenhöhe bei ihren Fonds zu kämpfen. Ein Grund für die massiven Abzüge waren die zahlreichen Milliardenstreits des Konzerns in den USA. Diese sind zwar überwiegend beigelegt und die Fonds verzeichnen wieder Nettomittelzuflüsse – geblieben ist der Schatten über der Reputation der Deutschen AM. Mit dem neuen Namen wird dieser Makel zumindest teilweise bereinigt.

Frisches Geld von neuen Aktionären 

Mit der Einführung als neuer Dachmarke einher geht eine Änderung der Rechtsform. Die DWS soll künftig als GmbH & Co KGaA fungieren. Der Börsengang soll für das erste Halbjahr 2018 anvisiert sein, heißt es. Nach Angaben aus dem Haus sollen 25% der Aktienanteile in den Handel gehen. Das wird nach Expertenschätzungen bis zu sieben Milliarden Euro in die Kassen der Kommanditgesellschaft spülen. Nahezu allein bestimmender Komplementär bleibt damit die Deutsche Bank (IOB: 0H7D.IL - Nachrichten) , die auf diese Weise ihre operative Entscheidungsmacht sicherstellt. Die gewählte Rechtsform unterstreiche die nachhaltige Verbundenheit der Deutschen Bank mit der DWS, so Moreau. Sie ermögliche darüber hinaus operative Eigenständigkeit für die DWS, um alle Wachstumsziele zu erreichen. 

(DW)