Deutsche Bank: Droht 2017 wieder ein Verlust?

Fabian Strebin
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Deutsche Bank: Droht 2017 wieder ein Verlust?

Das Jahr 2016 haben Aktionäre der Deutschen Bank in böser Erinnerung. Damals schockte CEO John Cryan die Anteilseigener mit einem Verlust von 1,4 Milliarden Euro. Im laufenden Jahr wollte der Konzern wieder in die Gewinnzone zurückkehren. Doch ausgerechnet die lange erwartete US-Steuerreform könnte Cryan jetzt einen Strich durch die Rechnung machen.

Die Reform der Unternehmenssteuer in den USA ist zwar noch nicht spruchreif, aber zuletzt hat das Vorhaben wichtige Hürden genommen. Geplant ist, den Steuersatz von 35 auf 20 Prozent zu senken. Was grundsätzlich positiv für viele Unternehmen ist, wird für Banken zum Problem: Nach der Finanzkrise haben viele Institute hohe Verlust eingefahren, die Ihnen als Verlustvorträge steuerlich angerechnet wurden. Durch die Verrechnung mit aktuellen Gewinnen kann so die Steuerlast gedrückt werden. Kommt es jetzt jedoch zu Steuersenkungen, müssten die Verlustvorträge abgeschrieben werden.

US-Banken trifft es hart

Am stärksten könnte es die US-Banken selbst treffen. So könnte die Citi Group laut Handelsblatt 16 bis 17 Milliarden Dollar abschreiben müssen. Doch auch europäische Banken sind betroffen: Die Deutsche Bank hat weltweit rund drei Milliarden Euro Verlustvorträge angehäuft. Die Höhe des Anteils, der auf die USA entfällt, ist nicht bekannt. Für das Gesamtjahr 2017 erwarten Analysten im Schnitt einen Nettogewinn von 1,26 Milliarden Euro. Der könnte den Abschreibungen zum Opfer fallen.

Keine Panik

Abhängig davon, wann US-Präsident Donald Trump das neue Gesetz zur Unternehmenssteuerreform unterschreibt, könnten noch 2017 auf die Deutsche Bank hohe Abschreibungen zukommen. Allerdings sollten sie weniger hoch ausfallen, als bei der Konkurrenz. Zudem handelt es sich diesmal um kein hausgemachtes Problem der Deutschen Bank. Auf das Eigenkapital wird der Vorgang außerdem keinen Einfluss haben.

DER AKTIONÄR ist für die Aktie der Deutschen Bank weiter positiv gestimmt und rät zum Kauf der Aktie. Das Kursziel verbleibt bei 20,00 Euro, ein Stopp wird bei 14,50 Euro platziert.