Deutsche Bank und Commerzbank: Was will Cerberus?

Fabian Strebin
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Deutsche Bank: Belastung durch neue Eigenkapitalvorschriften?

Cerberus hat sich drei Prozent der Anteile an der Deutschen Bank gesichert.Das geht aus einer gestern veröffentlichten Pflichtmitteilung hervor. Beobachter rätseln, was der US-Finanzinvestor damit bezweckt.

Cerberus-Gründer Stephen Feinberg gilt als knallharter Sanierer. Im Jahr 2007 stieg er bei der kriselnden Bawag-Bank in Österreich ein. Vor ein paar Wochen folgte dann der Börsengang. Seit diesem Sommer ist der Investor nach dem Bund mit fünf Prozent auch zweitgrößter Aktionär bei der Commerzbank. Seit gestern hält man auch drei Prozent an der Deutschen Bank. Gekauft hat das Paket die Investmentbank Morgan Stanley, die ihren Anteil an der Deutschen Bank von 0,47 auf 6,86 Prozent aufgestockt hat. Gut denkbar ist, dass Cerberus die übrigen Aktien ebenfalls übernimmt.

Da Cerberus nun bei beiden deutschen Großbanken einer der größten Aktionäre ist, schießen neue Spekulationen über eine mögliche Fusion ins Kraut. Bereits im vergangenen Jahr gab es lose Verhandlungen zwischen den beiden Finanzinstituten über einen Zusammenschluss. Da sich die Vorstände aber einig waren, dass man sich erst selbst neu aufstellen müsse, wurden die Gespräche bald beendet.

Zwar hat auch Christian Sewing, stellvertretender Vorstandschef der Deutschen Bank, kürzlich eine weitere Konsolidierung im europäischen und deutschen Bankenmarkt angemahnt. Experten rechnen jedoch damit, dass es sich hier eher um eine Frage von Jahren denn Monaten handelt. Cerberus könnte also auch einfach auf Sanierungserfolge bei beiden Banken hoffen. Dass die Amerikaner einen langen Atem haben, haben sie bei der Bawag bewiesen.

Frisches Kaufsignal

Der Einstieg von Cerberus bei der Deutschen Bank hat der Aktie Rückenwind gegeben. Egal, ob es am Ende zu einer Fusion mit der Commerzbank kommt, oder nicht: Der Investor wird den Umbauprozess bei Deutschlands größter Bank weiter vorantreiben.

Die Aktie setzt ihre Aufwärtsbewegung fort und befindet sich bereits vorbörslich im Plus. Mit dem Bruch der 200-Tage-Linie um 15,40 Euro wurde zudem ein neues Kaufsignal geliefert. DER AKTIONÄR rät zum Kauf der Aktie und hat ein Kursziel von 20,00 Euro ausgegeben. Der Stopp wird bei 12,50 Euro platziert.