Deutsche Bank und Commerzbank: Jetzt kommen Amazon und Microsoft

Deutsche Bank und Commerzbank befinden sich in einem tiefgreifenden Umbau. Eine Baustelle sind dabei die hohen Kosten der beiden Institute. Die Nutzung externer IT-Leistungen aus der Cloud könnten Abhilfe schaffen. Hier kommen Amazon und Microsoft ins Spiel

Nach Informationen des Handelsblatt prüfen Deutsche Bank und Commerzbank Rechenzentren von Microsoft und Amazon zu nutzen. Der IT-Berater Thomas Curran sagt: „ Der Ansatz, alles selbst zu machen, hat die Branche gelähmt. Es würde die Branche deutlich voranbringen, wenn sie sich in die Cloud bewegt.“ Nach Meinung von Commerzbank-Chef Martin Zielke erscheinen Cloud-Lösungen sehr flexibel und zukunftsfähig. Deutsche-Bank-Manager Pat Healey hebt zwei Vorteile der Cloud hervor: „Sie können helfen, Kosten zu senken. Und sie helfen uns, Prozesse zu vereinfachen und neue Anwendungen schneller an den Markt zu bringen.“

Bisher hinken die Banken anderen Branchen bei der Nutzung von Cloud-Computing hinterher. Nur 59 Prozent der Konzerne arbeiten bisher mit der Technologie. Spitzenreiter sind Energieunternehmen mit 87 Prozent. Das Analysehaus IDC erwartet jedoch, dass bis zum kommenden Jahr etwa zwei Drittel der weltweiten Finanzhäuser Clouds externer Anbieter nutzen werden. Ordentlich zulegen will auch die Deutsche Bank: Bis zum Jahr 2020 sollen rund 80 Prozent der IT in der Cloud laufen. Derzeit sind es 33 Prozent.

Einmal kaufen, einmal halten

Die Aktie der Commerzbank notiert weiterhin knapp unter dem Jahreshoch bei 12,41 Euro vom 25. Oktober. Das Kurs-Buchwert-Verhältnis von 0,5 deutet auf eine Unterbewertung hin. Zudem ist die Übernahmefantasie ungebrochen. Anleger können noch einsteigen. Das Kursziel beträgt 16,00 Euro, ein Stopp sollte bei 9,00 Euro platziert werden.

Bei der Deutschen Bank sollten aktuell dagegen nur mutige Anleger zugreifen. Zwar ist das 2018er KGV von zehn günstig. Charttechnisch sollte jedoch der Bruch der Widerstandszone zwischen 14,76 und 14,96 Euro abgewartet werden. Wer bereits investiert ist, bleibt dabei und beachtet den Stopp bei 12,50 Euro.