Deutsche Bank mit Freistellungen - CoBa, HVB schließen Filialen

Stephan Kahl

(Bloomberg) -- Die deutschen Banken reagieren mit weiteren Maßnahmen auf die Ausweitung des Coronavirus. Dazu zählen die Freistellung von Mitarbeitern, die Schließung einiger Filialen und die räumliche Trennung von Teams.

So wird die Deutsche Bank AG ab heute weltweit Teams aufteilen und räumlich voneinander trennen. Das geht aus einem internen Rundschreiben hervor, dessen Inhalte von der Bank bestätigt wurden. Zudem soll grundsätzlich auf persönliche Treffen von Mitarbeitern der verschiedenen Gruppen verzichtet werden, auch in der Freizeit. Kollegen, die sich um Angehörige kümmern müssen, können für bis zu zwei Tage bezahlt freigestellt werden. Wenn sich auch in dieser Zeit keine andere Betreuungslösung finden lässt, ist es möglich, die Freistellung auf bis zu fünf Tage auszudehnen. Filialen bleiben vorerst geöffnet.Die HypoVereinsbank beginnt indes heute damit, 101 der deutschlandweit 337 Filialen zu schließen, wie das Unternehmen erklärte. Morgen soll dieser Vorgang abgeschlossen sein, sodass ab dann 30 Prozent der Filial-Teams von daheim aus arbeiten werden. Um Kunden in allen Regionen Deutschlands auch weiterhin persönlich zu beraten, werden die Filialen im wöchentlichen Rhythmus alternierend geöffnet. Auch gebe es Online- und Telefon-Dienste. Wo nötig, werden sukzessive Plexiglas-Trennwände an den Schaltern in den Filialen installiert.Die Commerzbank AG schließt ebenfalls aus Vorsicht einige Filialen. Es geht um mehrere hundert Standorte, wie ein Sprecher gegenüber Bloomberg erklärte. Die genaue Anzahl lasse sich im Moment noch nicht beziffern. Größere Standorte sollen aber geöffnet bleiben.Der Bundesverband deutscher Banken erklärte, er sehe keine Gefahr, dass es zu Beeinträchtigungen bei der Abwicklung von Wertpapiergeschäften kommt. Denn die Institute seien verpflichtet, für Krisensituationen Notfallkonzepte aufzustellen. “Die Durchführung der Notfallkonzepte ist bei den Banken momentan in vollem Gange und wird eng mit den Aufsichtsbehörden abgestimmt”, hieß es.Die Sparkassen werden nach eigenen Angaben überall in Deutschland eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Finanzdienstleistungen sicherstellen. “Wenn es in den nächsten Stunden zu Schließungen einzelner Filialen kommt, geht dies ausschließlich auf eine Neugruppierung der Kräfte oder Absprachen mit örtlichen Behörden zum Gesundheitsschutz zurück”, teilte der Deutsche Sparkassen- und Giroverband am Montagmorgen mit. Die Berliner Sparkasse erklärte unabhängig davon, dass bis mindestens 19. April ein Teil der Privatkundenstandorte nicht öffnen werde.Die Deutsche Kreditwirtschaft, ein Zusammenschluss aller wichtigen Bankenverbände in Deutschland, gab eine Erklärung heraus, der zufolge die Versorgung mit Bankdienstleistungen gesichert ist.

Bei zahlreichen Banken gibt es inzwischen bestätigte Coronavirus-Fälle, darunter bei der Deutschen Bank und der HypoVereinsbank. Zuletzt wurde auch eine Person bei der Helaba positiv getestet.

(Vierter und sechster Bullet-Point ergänzt)

--Mit Hilfe von Nicholas Comfort.

Kontakt Reporter: Stephan Kahl in Frankfurt skahl@bloomberg.net

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