Deutsche Bank: Angriff der Roboter

Fabian Strebin
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Deutsche-Bank-CEO John Cryan hat gestern angekündigt, dass er im laufenden Jahr mit einem Gewinn rechnet. Das ist dringend nötig, um die Aktionäre nach zwei Jahren mit hohen Verlusten wieder zu besänftigen. Im Tagesgeschäft läuft der Konzernumbau indes auf Hochtouren. Punkten will die Bank vor allem mit digitalen Angeboten.

Computer verwalten Vermögen

Laut Börsen-Zeitung bietet die Fondstochter Deutsche Asset Management (DAM) mittlerweile eine Online-Vermögensverwaltung an. Ausgewählte Vertriebspartner können über die Plattform, bei der Computer-Algorithmen für Anleger Anlageempfehlungen ausarbeiten, eine digitale Vermögensverwaltung für ihre Kunden anbieten. Die Produktplatte umfasst sowohl eigene Produkte, als auch Angebote der Konkurrenz.

Im Sommer plant auch die Privatkundensparte der Deutschen Bank den Start einer Robo-Advising-Plattform, so Bloomberg. Ein Sprecher sagt, dass man innerhalb eines Jahres mindestens eine Milliarde Euro verwalten will. Der Markt mit automatisierten Vermögensverwaltungssystemen dürfte in den kommenden Jahren immer wichtiger werden. Matthias Hübner, Partner bei Oliver Wyman, sagt: „Der Robo-Advisory-Markt wird in den nächsten Jahren wahrscheinlich stark wachsen.“ Bisher werden zwar nur 620 Millionen Euro an Kapital durch Roboter in Deutschland betreut, bis zum Jahr 2020 sollen es aber 20 Milliarden Euro sein. Im internationalen Vergleich hinke Deutschland noch hinterher, so Hübner weiter. Er sagt außerdem: „Das heißt aber auch, dass der deutsche Markt ein adäquates Potenzial zum Aufholen hat.“

Turnaround 2017 auch beim Gewinn

Die Zeichen stehen gut, dass die Deutsche Bank für das Gesamtjahr wieder einen Gewinn einfährt, nachdem in den vergangenen zwei Jahren jeweils ein Milliardenverlust zu Buche stand. Damit rechnet nicht nur CEO John Cryan. Auch die Analysten erwarten im Schnitt einen Vorsteuergewinn von 2,8 Milliarden Euro.

Die Aktie der Deutschen Bank hat aufgrund der günstigen Bewertung - Kurs-Buchwert-Verhältnis von 0,5 - und vielversprechender Projekte beim Konzern-Umbau noch reichlich Potenzial. Anleger rechnen außerdem verstärkt mit steigenden Zinsen auch in Europa, weshalb Titel aus dem Bankensektor wohl gefragt bleiben. Die nächste Hürde für den Kurs wartet auf Höhe der Verlaufshochs vom Frühjahr 2017 im Bereich von 17,55 Euro. DER AKTIONÄR hält die Aktie der Deutschen Bank auf dem aktuellen Niveau für kaufenswert, das Kursziel liegt bei 25,00 Euro. Ein Stopp empfiehlt sich um 12,50 Euro.