Deutsche Bahn verkauft ihren Strom auch an Privatkunden

Deutschlands Unternehmen fordern eine rasche Entlastungen beim Strompreis

Die Deutsche Bahn verkauft den von ihr selbst erzeugten Strom künftig nicht mehr nur an Unternehmen, sondern ab sofort auch an Privatkunden. Dabei handele es sich ausschließlich um Ökostrom, teilte die Bahn am Mittwoch in Berlin mit. Gekoppelt werden soll der Verkauf mit Vergünstigungen für Bahnfahrer.

Vorgesehen sind zwei Tarife mit einjähriger oder zweijähriger Laufzeit, die nur im Internet angeboten werden. Der Unterschied liegt neben der Vertragslaufzeit, für die es auch eine weitgehende Preisgarantie gibt, vor allem in der Höhe der Wechselprämien. Ziel sei es, innerhalb von fünf Jahren eine sechsstellige Kundenzahl zu erreichen, teilte die Bahn mit.

Für Stromkunden, die zur Bahn als Versorger wechseln, soll es als zusätzliche Anreize eine Bahncard25, Reisegutscheine über 50 oder 110 Euro, einen Geldbonus von 45 oder 99 Euro oder 1500 beziehungsweise 4000 Bahnbonus-Punkte geben. Das Kundenportal wurde am Vormittag freigeschaltet.

"Mit unseren Prämien wollen wir auch den einen oder anderen passionierten Autofahrer zum Bahnfahrer machen", erklärte der Chef der Unternehmenssparte DB Energie, Hans-Jürgen Witschke. Preislich will die Bahn unter den Tarifen der Grundversorger liegen, aber nicht zu einem Billiganbieter werden. "Lockangebote wird es bei uns nicht geben. Wir wollen nachhaltig überzeugen", erklärte Witschke. Erzeugt wird der Strom in Windkraft- und Solaranlagen sowie Wasserkraftwerken.

Die Bahn-Sparte DB Energie war zunächst nur zur Deckung des Eigenbedarfs des Unternehmens gegründet worden. Seit etwa 14 Jahren zählen aber auch Industrie und Gewerbe zu den Kunden. Bereits heute ist die Bahn der fünftgrößte Stromerzeuger in Deutschland.