Deutsche Börse: Trotz Millionen-Bußgeld – Kengeter muss weiter bangen

Nikolas Kessler
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Deutsche Börse: Das müssen Anleger jetzt wissen

Im Streit um angebliche Insidergeschäfte von Vorstandschef Carsten Kengeter ist die Deutsche Börse zur Zahlung eines Bußgelds in Höhe von 10,5 Millionen Euro bereit. Vom Tisch ist die Angelegenheit damit aber noch nicht – und Kengeters Vertragsverlängerung weiter in der Schwebe.

Vorstand und Aufsichtsrat der Deutschen Börse haben sich darauf geeinigt, einem Deal mit der Staatsanwaltschaft Frankfurt zuzustimmen. Gegen Zahlung eines Bußgelds von insgesamt 10,5 Millionen Euro soll das Ermittlungsverfahren wegen eines angeblichen Verstoßes gegen das Insiderhandelsverbot im Dezember 2015 sowie einer angeblichen Unterlassung einer ad-hoc Mitteilung im Januar 2016 aus der Welt geschafft werden.

Als Schuldeingeständnis will das Unternehmen das Bußgeld allerdings nicht verstanden wissen, im Gegenteil: Man sei auch weiterhin der Auffassung, dass die erhobenen Vorwürfe im jeder Hinsicht unbegründet sind, heißt es in der Unternehmensmeldung. Durch die schnelle, einvernehmliche Beendigung des Ermittlungsverfahrens wolle man jedoch weitere Belastungen für das Unternehmen vermeiden.

Vertragsverlängerung ungewiss

Man gehe nun davon aus, dass das Ermittlungsverfahren gegen Vorstandschef Kengeter mit Zustimmung des zuständigen Amtsgerichts gegen Auflagen eingestellt werde. Doch selbst wenn Staatsanwalt und Amtsgericht das Verfahren einstellen, muss der Chef der Deutschen Börse weiter bangen. Denn auch die Finanzaufsicht Bafin und die hessische Börsenaufsicht prüfen derzeit die Vorwürfe gegen den Börsenbetreiber.

Erst wenn auch sie grünes Licht geben, will der Aufsichtsrat über eine Vertragsverlängerung für Kengeter entscheiden. Der 50-Jährige hatte in der Vergangenheit wiederholt erklärt, dass er den im März 2018 auslaufenden Vertag als Vorstandschef gerne verlängern würde.

Aktie halten

Obwohl die Schweizer Großbank UBS ihre Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 110 Euro bestätigt hat, schwächelt die Aktie der Deutschen Börse am Donnerstag. Mit einem Minus von rund 1,3 Prozent ist sie am Nachmittag Schlusslicht im DAX. Der Deal mit der Staatsanwaltschaft ist jedoch ein wichtiger Schritt, um die unangenehme Angelegenheit ad acta legen zu können. Wer investiert ist, kann daher dabei bleiben. Der Stopp des AKTIONÄR liegt bei 70 Euro.