Deutsche Börse bei Bitcoin-Produkten skeptisch

Bei der möglichen Einführung von Bitcoin-Finanzprodukten in Deutschland lässt die Deutsche Börse Vorsicht walten. Oberste Priorität habe es, sichere und vertrauenswürdige Marktplätze zu betreiben

Bei der möglichen Einführung von Bitcoin-Finanzprodukten in Deutschland lässt die Deutsche Börse Vorsicht walten. "Bevor sich mein Geschäftsbereich in Felder mit so großen Ausschlägen begibt, müssen wir sicher sein, dass wir alle Dinge verstehen, die solche Produkte bewegen", sagte Deutsche Börse-Vorstand Jeffrey Tessler dem "Handelsblatt" vom Dienstag.

Zwar gebe es bei Deutschlands größtem Börsenbetreiber ein Projektteam, das sich mit der Einführung von Bitcoin-Futures beschäftige, sagte Tessler der Zeitung. Oberste Priorität habe es aber, sichere und vertrauenswürdige Marktplätze zu betreiben. Zudem wolle die Deutsche Börse sehen, "welche Pläne die Regulierungsbehörden entwickeln, um das Geschäft zu beaufsichtigen."

Die US-Börsen CBOE und CME in Chicago bieten seit Ende 2017 Bitcoin-Terminkontakte an, mit denen Anleger auf die Entwicklung der wichtigsten Kryptowährung wetten können. Der Absturz des Bitcoin-Kurses hat jedoch viele Investoren abgeschreckt.

"Wir verspüren keinen riesigen Druck von unseren Kunden, Produkte auf Kryptowährungen aufzulegen", sagte Tessler dem "Handelsblatt". "Und die großen Ausschläge beginnen mittlerweile sogar, die Blockchain zu beschädigen - die Technologie, die hinter den meisten Kryptowährungen steht." Viele Banken experimentierten mit der Blockchain, sagte Tessler. "Aber einige ziehen sich nun zumindest bei Anwendungen zurück, die mit Bezahlung und Abwicklung zu tun haben."